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Ernährungsberatung und Ernährungstherapie in Deutschland stärken

Deutschland hat im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohe Gesundheitsausgaben. Im OECD¹-Vergleich erreichen die Menschen hierzulande jedoch lediglich eine durchschnittliche Lebenserwartung. Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie notwendig es ist, gesundheitsfördernde, präventive und krankheitsmodifizierende Maßnahmen – auch im Bereich Ernährung – systematisch zu stärken.
Eine Ernährungsberaterin erklärt ihrem Patienten in der Beratung die Diät, die er befolgen sollte.

Dafür sprechen sich die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), der BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), der Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) und QUETHEB – Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater e. V. in einem gemeinsamen Statement aus.

Ernährungsberatung und Ernährungstherapie sind untrennbar miteinander verbunden. Gesundheitsförderung und Prävention mittels Ernährungsberatung können die Lebensqualität erhöhen und die Entstehung von Krankheiten verhindern oder verzögern; eine qualitätsgesicherte Ernährungstherapie wirkt chronischen Erkrankungen entgegen.

Die Zertifikate von DGE, VDD, VDOE, VFED, QUETHEB und das Zertifikat „E-Zert Ernährungstherapie”, das die Zertifikate von VDOE und QUETHEB ablöst, leisten einen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungstherapie. Als Mindeststandards – orientiert am Diätassistentengesetz und der dazugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsordnung – dienen die DGE-Zulassungskriterien und DGE-Zulassungsempfehlungen, die zur Transparenz und Vergleichbarkeit ernährungsbezogener Studiengänge beitragen, bzw. die Zulassungsvoraussetzungen gemäß § 125 Absatz 1 SGB V2 .

Das Statement betont, dass vor dem Hintergrund der aktuellen OECD-Daten der Ernährungsberatung und Ernährungstherapie zentrale Bausteine einer modernen, präventionsorientierten und evidenzbasierten Gesundheitsversorgung sind. Die Verbände:

  • setzen sich für die Erweiterung der Heilmittel-Indikationen auf evidenzbasierter Grundlage ein,
  • fordern eine gezielte Förderung der Forschung zur Wirksamkeit und Weiterentwicklung von Ernährungsberatung und Ernährungstherapie,
  • treiben die Entwicklung von Qualifikations- und Qualitätsstandards voran und sichern damit Patientensicherheit und Versorgungsqualität,
  • entwickeln gemeinsam Visionen und Konzepte für den evidenzbasierten Einsatz digitaler und KI-gestützter Systeme, und
  • stehen für die enge Verknüpfung von Gesundheitsförderung, Prävention und Therapie als zentrale Säulen des Gesundheitswesens.

Das vollständige Statement „Ernährungsberatung und Ernährungstherapie in Deutschland stärken: Evidenz, Qualifikation und Perspektiven“ ist in der Ernährungs Umschau 5/2026 erschienen.


1Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD)
2Sozialgesetzbuch Fünftes Buch