Antientzündliche Ernährung
Ernährung beeinflusst entscheidend Entzündungsprozesse im Körper.
- Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Regulation von Entzündungen im Körper.
- Sowohl einzelne Nahrungsbestandteile als auch bestimmte Ernährungsmuster können Entzündungen fördern oder antiinflammatorisch wirken.
Während einige Lebensmittel bzw. Ernährungsmuster entzündliche Prozesse fördern und somit chronische Erkrankungen begünstigen können, wirken andere gezielt entzündungshemmend. Eine adäquate Ernährungsumstellung kann daher maßgeblich dazu beitragen, entzündliche Prozesse zu reduzieren und das Risiko für chronische Krankheiten wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Rheumatoide Arthritis nachhaltig zu senken (Geisler et al. 2024).
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Eine antientzündliche Ernährung folgt dem Grundprinzip, gezielt entzündungshemmende Lebensmittel zu bevorzugen und gleichzeitig entzündungsfördernde Lebensmittel zu meiden. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem pflanzliche Lebensmittel, die reich an ungesättigten Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen sind. Bioaktive Substanzen wie Antioxidanzien, aber auch Ballaststoffe können Entzündungsprozesse im Körper hemmen und eine vielfältige Darmmikrobiota fördern, was zusätzlich entzündungshemmend wirkt.
Im Gegensatz dazu ist eine entzündungsfördernde Ernährung durch den häufigen Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Fast Food, Fertigprodukten, Snacks und zuckerhaltigen Getränken charakterisiert.
Mögliche Effekte einer antientzündlichen Ernährung und ihre Auswirkungen bei verschiedenen Erkrankungen
Eine antientzündliche Ernährung zeigt in wissenschaftlichen Studien vielversprechende Effekte bei verschiedenen Erkrankungen (Ayten et al. 2024, Geisler et al. 2024, Jiang et al. 2025, Xia et al. 2024).
| Erkrankung | Auswirkungen einer antientzündlichen Ernährung |
| Adipositas | senkt entzündliche Adipokine und verbessert die Stoffwechselgesundheit |
| Typ-2-Diabetes | reduziert systemische Entzündungen und verbessert die Insulinsensitivität |
| Rheumatoide Arthritis | verringert Gelenkentzündungen und verbessert die Lebensqualität |
| kardiovaskuläre Erkrankungen | reduziert Entzündungen in den Blutgefäßen und senkt das Risiko für Herzinfarkte |
| chronisch-entzündliche Darmerkrankungen | kann Schübe verhindern und Symptome lindern |
| Alzheimer und Parkinson | kann präventiv wirken |
Die Rolle des Darmmikrobioms bei Entzündungsreaktionen
Das Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle bei Entzündungsprozessen (Mann et al. 2024, Randeni et al. 2024). Ein Ungleichgewicht in der bakteriellen Zusammensetzung kann chronische Entzündungen begünstigen.
Eine ballaststoffreiche, pflanzenbasierte Ernährung unterstützt dagegen eine gesunde Darmmikrobiota und reduziert entzündliche Marker.
Fazit
Bei chronischen Entzündungserkrankungen kann eine antientzündliche Ernährung sowohl präventiv als auch therapeutisch wirksam sein.
Der Beitrag erschien zuerst im Wissenschaftsmagazin DGEwissen 3/2026. Sie können den gesamten Artikel in unserem DGE-MedienShop bestellen.
Literaturauszug
- Ayten Ş, Bilici S: Modulation of Gut Microbiota Through Dietary Intervention in Neuroinflammation and Alzheimer's and Parkinson's Diseases. Curr Nutr Rep 13 (2024) 82–96. doi: 10.1007/s13668-024-00539-7. Epub 2024 Apr 23. PMID: 38652236; PMCID: PMC11133127
- Geisler C, Dörge M, Laudes M: Entzündungskrankheiten: Was leistet eine antientzündliche Ernährung? Aktuel Ernahrungsmed 49 (2024) 476–489
- Jiang R, Wang T, Han K et al.: Impact of anti-inflammatory diets on cardiovas cular disease risk factors: a systematic review and meta-analysis. Front Nutr. (2025) 1549831. doi: 10.3389/fnut.2025.1549831
- Xia B, Li Y, Hu L et al.: Healthy eating patterns associated with reduced risk of inflammatory bowel disease by lowering low-grade inflammation: evidence from a large prospective cohort study. BMC Med. 22 (2024) 589. doi: 10.1186/s12916-024-03809-x