Alkoholkonsum in Deutschland
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Ein niedriges Risiko definiert sich durch einen vorzeitigen Todesfall unter 1 000 Personen aufgrund des Konsums. Bei einem moderaten Risiko steigt die Wahrscheinlichkeit für einen vorzeitigen Tod auf 1 %.
In den abgeleiteten Handlungsempfehlungen wird das gesundheitliche Risiko von Alkoholkonsum in vier Kategorien eingeteilt: risikofrei, risikoarm, moderates Risiko riskant (s. Abbildung 1). Es gibt keine sichere Alkoholmenge für einen unbedenklichen Konsum. Deshalb empfiehlt die DGE auf Alkoholkonsum gänzlich zu verzichten (Richter et al. 2024).
Abb. 1: Risiko für negative Gesundheitsfolgen in Abhängigkeit vom Alkoholkonsum – welche Mengen sind als risikoarm, mit einem moderaten Risiko sowie als riskant anzusehen?
Alkoholkonsum in Zahlen
Daten aus der Studie Gesundheit in Deutschland (GEDA 2019/2020-EHIS) des Robert Koch-Instituts (RKI) belegen, dass 44 % der Männer und 21 % der Frauen in Deutschland Alkohol in moderat bis hoch riskanten Mengen konsumieren. Unter Männern ab einem Alter von 45 Jahren zeigt fast jeder zweite (über 48 %) ein solches Alkoholverhalten. Auffällig ist, dass die Tendenz zu einem riskanten Alkoholkonsum mit höherem Bildungsgrad steigt (Richter et al. 2025).
Auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) kommt in ihrem Jahrbuch Sucht 2025 zu einem ähnlichen Ergebnis. Der Pro-Kopf-Alkoholkonsum (PKA) liegt in Deutschland aktuell bei 10,2 Litern Reinalkohol im Jahr. Die durchschnittlich konsumierte Alkoholmenge ist in Deutschland damit mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche Trinkmenge von weltweit 5,5 Litern pro Kopf und Jahr. Im Großen und Ganzen sinkt der Alkoholkonsum in Deutschland jedoch jährlich. So lag der PKA 1980 noch bei 15,1 Litern.
Die DHS stellt in Deutschland einen riskanten Konsum von Alkohol bei 7,9 Mio. Menschen zwischen 18 und 64 Jahren fest. 2021 starben in Deutschland rund 47 000 Menschen an sämtlichen Folgen des Alkoholkonsums, z. B. Leberzirrhose und Krebs, aber auch Suizid, Unfälle, Gewalt und sexuell übertragbare Krankheiten, die unter Alkoholeinfluss vermehrt übertragen werden (DHS 2025).
Abb. 2: Wie viele Jugendliche konsumieren innerhalb von 12 Monaten Alkohol und wie viele Jugendliche konsumieren regelmäßig, d. h. mindestens einmal pro Woche, Alkohol? (nach BIÖG 2024)
Alkoholverhalten von Jugendlichen
Unter Jugendlichen bleibt ein früher Einstieg in den Alkoholkonsum üblich. Trotz präventiver Maßnahmen liegt das Alter des Alkoholerstkonsums laut Studiendaten des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) bei 15,1 Jahren. Der erste Alkoholrausch folgt durchschnittlich wenig später mit 16,2 Jahren. Über 60 % der 12- bis 17-Jährigen haben schon einmal Alkohol getrunken.
Insgesamt ist unter Jugendlichen jedoch eine sinkende Tendenz wahrzunehmen (s. Abbildung 2): Die 12-Monats-Prävalenz des Alkoholkonsums sank von 78,6 % im Jahr 2001 auf 53,9 % in 2023. Gleichzeitig sank die Prävalenz des regelmäßigen Alkoholkonsums von 25,4 % im Jahr 1979 auf 9,7 % in 2023. Unverändert blieb, dass männliche 12- bis 17-Jährige häufiger regelmäßig tranken als weibliche.
Während der Corona-Pandemie ging auch die 30-Tage-Prävalenz für Rauschtrinken unter Jugendlichen deutlich zurück, was vermutlich mit dem eingeschränkten Zugang zu Alkohol zusammenhängt. Mittlerweile ist das vorherige Niveau von 15 % wieder erreicht (BIÖG 2024).
Ein Ausblick
Insgesamt ist in Deutschland eine abnehmende Tendenz im Alkoholkonsum zu erkennen. Gleichzeitig weist ein Drittel der Erwachsenen noch immer einen moderat bis hoch riskanten Alkoholkonsum auf, der jedes Jahr mit hohen finanziellen und gesundheitlichen Kosten verbunden ist. Auch unter Jugendlichen bleiben der regelmäßige Konsum von Alkohol sowie das Rauschtrinken verbreitet.
Es bedarf weiterer Präventionsmaßnahmen, um ein risikofreies oder zumindest risikoarmes Konsumverhalten in der Bevölkerung zu etablieren.
Johanna Gosten
B. Sc. Medizinische Ernährungswissenschaft
Der Beitrag ist zuerst im DGE-Wissenschaftsmagazin DGEwissen 01/2026 erschienen.
Weitere Infos:
- Fragen und Antworten zu Alkohol
- Presseinformation: Infoblatt in Leichter Sprache zu Alkohol
Literatur
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2023 – Substanzkonsum und Internetnutzung im Jahr 2023 und Trends. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Köln (2024)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE): Am besten Null Promille – neues DGE-Positionspapier zu Alkohol, Pressemeldung vom 14.08.2024 (eingesehen am 17.11.2025)
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS): DHS Jahrbuch Sucht 2025. Pabst Science Publishers, Lengerich, 1. Auflage (2025)
Richter A, Starker A, Schienkiewitz A: Neubewertung des Alkoholkonsums in Deutschland – Welche Bevölkerungsgruppen haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko? J Health Monit. 10 (2025)
Richter M, Tauer J, Conrad J et al. im Auftrag von Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE): Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von Handlungsempfehlungen – Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Ernährungs Umschau 71 (2024). (eingesehen am 12.12.2025)