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DGE verleiht Journalistenpreis 2026

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zeichnet jedes Jahr herausragende journalistische Arbeiten zu aktuellen Ernährungsthemen aus. Die Fachgesellschaft ehrt die diesjährigen Preisträger*innen in vier Medienkategorien.
Fotocollage Journalistpreisträger*innen 2026

Von links oben nach rechts unten: Werner Bartens (Foto: ©Stefan Hobmaier), Iska Schreglmann (Foto: ©BR / Vera Johannsen), Anja Kollruss (Foto: ©Alexander Bach), Leon Windscheid (Foto: ©Ben Knabe), Martina Sprengel (Foto: ©Oliver Filser), Harald Platz (Foto: ©privat), Dr. Mai Thi Nguyen-Kim (Foto: ©Boris Breuer), Katharina Adick (Foto: © Caroline Schäfer), Dr. Lars Dittrich, Kevin Brüssel, Julia Demann (Foto: © KOENIGS-DESIGN), Christiane Tovar (Foto: © privat), Lara Schwenner,Foto: © Marianna Deinyan

Den DGE-Journalistenpreis 2026 erhalten Dr. Werner Bartens, SZ; Iska Schreglmann, Bayern 2; Anja Kollruß, Leon Windscheid, Martina Sprengel und Harald Platz, ZDF Terra Xplore; Dr. Mai Thi Nguyen-Kim, Katharina Adick, Dr. Lars Dittrich und Kevin Brüssel, ZDF neo – MAITHINK X; Julia Demann, Christiane Tovar und Lara Schwenner, Quarks Studio Q auf YouTube. Der Preis für wis¬senschaftlich fundierten Ernährungsjournalismus ist mit insgesamt 10 000 EUR dotiert.

Dr. Werner Bartens erhält den Preis in der Kategorie Text für seinen Beitrag „Das stößt sauer auf“ in der Süddeutschen Zeitung vom 29.03.2025. Der Mediziner und leitende SZ-Redakteur analysiert, was dran ist am Hype um die basische Ernährung, dem Basenfasten, dem sogenannten Detox-Prinzip und dazu vermarkteten Nahrungsergänzungsmitteln. Pseudowissenschaftliche Gesundheitsversprechen prüft er kritisch und erklärt die ernährungsphysiologischen Zusammenhänge zum Säure-Basen-Haushalt. Gleichzeitig hinterfragt er, warum der Trend zu basischer Ernährungsweise so erfolgreich und beliebt ist und nach wie vor anhält. Eine gelungene, wissenschaftlich fundierte und spitzfindige Analyse, die darauf eingeht, welches Bedürfnis mit einer basischen Ernährungsweise und den damit verbundenen Versprechen geweckt wird.

In der Kategorie Audio wird Iska Schreglmann für ihren Podcast-Feed Radiowissen „Rezepte des Überlebens – Meine Familie und der Hungerwinter“, gesendet in Bayern 2 vom 17.01.2025 ausgezeichnet. Darin erzählt sie die Geschichte ihrer Familie, in der es ständig ums Essen ging. Die Autorin findet im Nachlass ihrer Mutter ein Kochbuch von 1871. Sie erfährt, dass ihre Eltern nach dem 2. Weltkrieg als Kinder nicht genug zu essen hatten. Der Beitrag schildert Entbehrungen, wie Essbares aus der Natur genutzt wurde, um Hunger und Lebensmittelknappheit zu überbrücken und auch darum, wie sich Essgewohnheiten über Generationen durch Familien vermitteln. Sie findet heraus, warum das so war und wieso das auch viele andere von uns betrifft. Damit ist der Autorin eine eindringliche Recherche zur Bedeutung von Essen und der Frage gelungen, wie unser Ernährungsverhalten eigentlich geprägt wird.

In der Kategorie Film/Video zeichnet die DGE zwei Beiträge aus.

Anja Kollruß, Leon Windscheid, Martina Sprengel und Harald Platz erhalten den Preis für ihren Film „250 Kilo – bin ich süchtig nach Essen?“ gesendet in Terra Xplore im ZDF am 24.11.2025. Dieser Film zeigt, wie eng Ernährung und Psyche zusammenhängen und warum es vielen schwer fällt, ihr Essverhalten zu kontrollieren. Psychologe Leon Windscheid trifft Torsten, der an einer Binge-Eating-Störung leidet. Er wiegt über 250 Kilo und Essen beschreibt er als seinen besten Freund und schlimmsten Feind zugleich. Ein Ernährungspsychologe warnt davor, Betroffene vorschnell als "esssüchtig" abzustempeln und so ihr Verhalten zu stigmatisieren. Ein beeindruckender Beitrag, in dem mit den Betroffenen und nicht über die Betroffenen gesprochen wird und in dem die Autor*innen Menschen zusammenbringen, die mit Essanfällen, Diäten oder Gewichtsproblemen zu kämpfen haben.

Für ihren Beitrag „Zucker – lebensnotwendig oder süßes Gift?“ der Sendung MAITHINK X im ZDF neo vom 30.03.2025 zeichnet die DGE Dr. Mai Thi Nguyen-Kim, Katharina Adick, Dr. Lars Dittrich und Kevin Brüssel aus. An Zucker scheiden sich die Geister. Die einen sind davon überzeugt, dass er süchtig macht und man ihn meiden sollte. Andere meinen, es komme nur auf die "richtige Art" von Zucker an. Auch die Forschung ist sich beim Thema Zucker nicht einig. Das Team analysiert die wissenschaftliche Datenlage und stellt klar, dass Zucker nicht per se, sondern ein genereller Kalorienüberschuss zu Übergewicht und damit zu chronischen Erkrankungen führen kann. Ein Erklär-Format in Show-Form, das Orientierung für den praktischen Umgang mit Zucker bietet, Zuckermythen entzaubert sowie Transparenz und Gesundheitskompetenz schafft

In der Kategorie Social Media erhalten Julia Demann, Christiane Tovar und Lara Schwenner den Preis für ihren Quarks Studio Q-Beitrag „Die große Vitamin D-Verwirrung“ auf YouTube vom 07.11.2025. In diesem Video gehen sie dem Thema Vitamin D wissenschaftlich auf den Grund. Was zeigen die Studien, für wen sind Supplemente sinnvoll und wann sind sie unnötig? Das Video zeigt, was die Forschung zu Versorgung und Grenzwerten von Vitamin D wirklich sagt und wie etwa der Hauttyp, die Jahreszeit, der Tagesablauf und weitere gesundheitliche Faktoren die Werte beeinflussen. Die Autor*innen klären auf über Mythen, Risiken der Überdosierung und warum Grenzwerte so umstritten sind und erläutern, warum ein einzelner Blutwert wenig aussagekräftig ist. Ein gelungener Beitrag, der Orientierung bei Fragen und zu praktischen Aspekten rund um die individuelle Vitamin D-Versorgung gibt.

Weitere Informationen zu den Preisträger*innen 2026 und den prämierten Beiträgen.