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Nachhaltige Ernährung

Ziele für Nachhaltige Entwicklung – Sustainable Development Goals

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wurde im September 2015 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen einstimmig verabschiedet. Damit haben sich 186 Staaten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Sie gelten universal und für alle Länder gleichermaßen. Diese 186 Staaten sind dem Pariser Klimaabkommen beigetreten.

Nachhaltigkeitsstrategie 2021 der Bundesrepublik

Mit der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie werden die SDG der Vereinten Nationen in eine nationale Strategie überführt. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie 2021 räumt die Bundesrepublik Deutschland den DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen einen festen Platz im Bereich der Nachhaltigen Agrar- und Ernährungssysteme ein.

Nachhaltig Ernähren

„Sustainable Healthy Diets are dietary patterns that promote all dimensions of individuals’ health and wellbeing; have low environmental pressure and impact; are accessible, affordable, safe and equitable; and are culturally acceptable. The aims of Sustainable Healthy Diets are to achieve optimal growth and development of all individuals and support functioning and physical, mental, and social wellbeing at all life stages for present and future generations; contribute to preventing all forms of malnutrition (i.e. undernutrition, micronutrient deficiency, overweight and obesity); reduce the risk of diet-related NCDs; and support the preservation of biodiversity and planetary health. Sustainable healthy diets must combine all the dimensions of sustainability to avoid unintended consequences“ FAO (ed.): Sustainable healthy Diets. Guiding Principles, Rome 2019

„Eine nachhaltige und gesunde Ernährung besteht aus Ernährungsmustern, die alle Aspekte der Gesundheit und des Wohlbefindens einer Person fördern; geringe Auswirkungen auf die Umwelt haben und wenig Umweltbelastung verursachen; verfügbar, bezahlbar, sicher und fair sind und kulturell akzeptiert werden. Die Ziele einer nachhaltigen und gesunden Ernährung sind es, ein optimales Wachstum und die bestmögliche Entwicklung aller Personen zu erreichen sowie die Funktion und das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden in allen Lebensphasen der gegenwärtigen und künftigen Generationen zu begünstigen; zur Vorbeugung aller Formen der Fehlernährung (d. h. Unterernährung, Mikronährstoffmangel, Übergewicht und Adipositas) beizutragen; das Risiko von ernährungsmitbedingten nichtübertragbaren chronischen Erkrankungen zu verringern sowie die Erhaltung der Biodiversität und die Gesundheit des Planeten zu unterstützen. Nachhaltige und gesunde Ernährungsformen müssen alle Aspekte der Nachhaltigkeit vereinen, um unbeabsichtigte Konsequenzen zu vermeiden. “ FAO (ed.): Sustainable healthy Diets. Guiding Principles, Rome 2019

Ökologisch nachhaltig zu essen bedeutet, sich mit Mahlzeiten aus überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren. Eine solche Ernährungsweise besteht aus ökologisch, regional, saisonal und fair produzierten Lebensmitteln mit geringem Verarbeitungsgrad, wie sie beispielsweise in den 10 Regeln der DGE formuliert ist. Langfristig lassen sich so die weltweiten Lebens- und Umweltbedingungen verbessern und mehr globale Gerechtigkeit erreichen.Individuelle Verhaltensänderungen sind auf dem Weg zu einer nachhaltigen Ernährung wichtig und nötig. Gleichzeitig sind diesen Änderungen Maßnahmen vorzuziehen, die strukturelle Veränderungen in den verschiedenen Lebens- und Umweltbedingungen herbeiführen. Die DGE-Qualitätsstandards stehen beispielsweise für eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Gemeinschaftsverpflegung. Täglich essen mehr als 17 Millionen Menschen in Deutschland in Kitas, Schulen, Betrieben, Heimen und anderen Einrichtungen.

Der Ernährungsstil beeinflusst nicht nur das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit. Auch die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert, wo und wie sie eingekauft werden, wirkt sich vielfältig auf Umwelt und Gesellschaft aus. Eine wichtige Rolle spielt dabei, welche Inhaltsstoffe und Zutaten Lebensmittel enthalten und wieviel davon konsumiert wird. Lebensmittel sollten nicht verschwendet werden, da ihre Herstellung, Lagerung, Kühlung und Transport Ressourcen verbraucht. In Deutschland fallen etwa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle jährlich an. Die deutsche Regierung verpflichtete sich 2019 mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung erneut dem Ziel der Vereinten Nationen. Diese will bis 2030 die Lebensmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbieren. Mit der Initiative „Zu gut für die Tonne!“ setzt sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zusammen mit verschiedenen Partnern für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung ein.

Logo: Zu gut für die Tonne

Im März 2020 unterzeichneten Bundesernährungsministerin Klöckner und Präsident*innen bzw. Vorsitzenden von sieben Dachverbänden der Land- und Ernährungswirtschaft, des Handels, des Lebensmittelhandwerks und der Gastronomie eine Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Die „Zielvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung“ unterzeichnete die DGE im April 2021. Dadurch sollen Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung in Deutschland wirksam reduziert und der Ressourceneinsatz effizienter und nachhaltiger gestaltet werden.

Mit 52 % (6,1 Mio. Tonnen) in privaten Haushalten entsteht der Großteil der Lebensmittelabfälle. Jede*r Verbraucherin wirft demnach etwa 75 kg Lebensmittel im Jahr weg. Dies ergab eine Studie des Thünen-Instituts im Auftrag des BMEL zusammen mit der Universität Stuttgart.

Auch die Entsorgung von Verpackungsmüll und organischen Abfällen muss mitgedacht werden. Bei einer zunehmend umweltfreundlichen Ausgestaltung der Ernährung kann hier zugunsten der Umwelt eingespart werden.

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