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DGE-Blog

Arbeiten bei der DGE

In unserem Interview stellen wir ein weiteres Gesicht der DGE vor: Alessa Klug gibt Einblicke in ihren Arbeitsalltag als Mitarbeiterin im DGE-Referat Wissenschaft.

Erfahren Sie, wie die Ernährungswissenschaftlerin Alessa Klug zur Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. gekommen ist, welche Aufgaben sie übernimmt und was sie besonders an ihrer Arbeit motiviert. 

Alessa Klug (M. Sc.)

Alessa Klug

... ist eine der Erstautorinnen der Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung. Sie arbeitet im DGE-Referat Wissenschaft und ist Mitglied der DGE-Arbeitsgruppe „Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen".

Wie ist dein beruflicher Werdegang und wie bist du zur DGE gekommen?

Alessa Klug:
Sowohl meinen Bachelor in Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften als auch meinen Master in Humanernährung habe ich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn absolviert.

Zum Ende meines Bachelorstudiums hatte ich wenig Klarheit darüber, welche der vielen Bereiche in den Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften für mich in meiner beruflichen Zukunft in Frage kommen. Im Studium habe ich viele Bereiche kennengelernt, konnte mir Vieles potenziell vorstellen, hatte aber wenig Praxiserfahrung und dadurch wenig Vorstellung darüber, wie der berufliche Alltag in den verschiedenen Bereichen aussieht. Daher habe ich mich entschieden, neben meiner Bachelorarbeit ein Praktikum zu absolvieren und bin dabei auf die Praktikumsmöglichkeiten bei der DGE gestoßen. Die DGE war mir in meinem Studium bereits häufig begegnet und ich fand den Gedanken, einen Einblick in die Arbeit einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft zu bekommen, sehr spannend.

Ich habe mich für mehrere Referate beworben und am Ende eine Zusage für ein Praktikum im Referat Fortbildung erhalten. Das war eine sehr positive und bereichernde Zeit für mich. Ich hatte das Glück, das Referat, im Anschluss an das Praktikum, mit einer Nebentätigkeit während meines Masters weiter unterstützen zu dürfen.

Während des Masterstudiums und mit weiteren Nebentätigkeiten, unter anderem an der Universität Bonn hat sich für mich herauskristallisiert, dass mich wissenschaftliches Arbeiten besonders begeistert und ich perspektivisch in diesem Bereich arbeiten möchte. Passenderweise war nach Abschluss meines Masters eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Referat Wissenschaft der DGE ausgeschrieben. Als ich das Tätigkeitsprofil gesehen habe, habe ich gedacht „Genau das möchte ich machen!“. Zudem kannte ich die DGE als Arbeitgeberin zu dem Zeitpunkt schon recht gut und konnte mir sehr gut vorstellen, hauptberuflich hier zu arbeiten. Meine Freude war daher sehr groß, als ich nach einem Vorstellungsgespräch die Zusage für die Stelle bekommen habe.

Was sind deine Aufgaben bei der DGE?

Alessa Klug:
Als Mitarbeiterin im Referat Wissenschaft arbeite ich an den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen, kurz den FBDG (food-based dietary guidelines). Derzeit liegt mein Fokus auf der Ableitung der FBDG für Personen ab 65 Jahren. Hierfür schaue ich mir unter anderem die Vorgehensweise anderer Fachgesellschaften an.

Bunt und gesund essen und dabei die Umwelt schonen

Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen

Wer sich überwiegend von Obst und Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten sowie Nüssen und pflanzlichen Ölen ernährt, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern schont dabei die Ressourcen der Erde. Dazu gehört auch Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Die DGE-Empfehlungen zeigen einen Weg, den Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln zu steigern und den von tierischen Lebensmitteln zu senken, um Gesundheit und Umwelt zu schützen.

Wir haben, wie bei den bereits veröffentlichten FBDG für Personen bis 65 Jahre, mit unserem mathematischen Optimierungsmodell im Statistikprogramm R verschiedene Analysen durchgeführt und die Ergebnisse ausgewertet.

Aktuell arbeite ich an einem ersten Entwurf für ein Manuskript und dokumentiere darin unser Vorgehen und die Ergebnisse. Ein wichtiger Teil des Manuskripts wird die Diskussion der Ergebnisse sein, sowie zu beschreiben, was wir aus dieser Arbeit ableiten. Zudem arbeite ich kontinuierlich an der Weiterentwicklung unseres Optimierungsmodells. Dabei tausche ich mich unter anderem mit einer französischen Statistikfirma aus, mit der wir zusammenarbeiten, und pflege unsere vielzähligen Datenbanken in einem Datenmanagementsystem, beispielsweise für die Nährstoffziele oder die Lebensmittelzusammensetzung.

Bevor ich an den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen gearbeitet habe, war meine Hauptaufgabe die Erarbeitung von Stellungnahmen und Positionspapieren. Hier habe ich insbesondere an der Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung mitgearbeitet.

© DGE

Neben meiner wissenschaftlichen Tätigkeit bei der DGE unterstütze ich die interne „AG Mitglieder“. In dieser Arbeitsgruppe treffen sich Kolleg*innen aus verschiedenen Referaten regelmäßig, um die DGE-Mitgliedschaft attraktiver zu gestalten. So ist beispielsweise das Online-Format „DGE Insight“ entstanden, in dem wir unseren Mitgliedern Themen aus der DGE näherbringen.

Was macht dir besondere Freude bei deiner Arbeit?

Alessa Klug:
Insgesamt ist die Vielfältigkeit der Aufgaben das, was mich besonders begeistert. Einerseits arbeite ich mit Daten und unserem Optimierungsmodell, kann mir die Ergebnisse auf verschiedenen Ebenen anschauen und muss immer wieder „Detektivarbeit“ leisten, um herauszufinden, wie welche Ergebnisse entstehen.

An anderer Stelle steige ich mit wissenschaftlicher Literaturrecherche tief in die verschiedensten Themen ein und arbeite an Manuskripten. Auch Vortragstätigkeiten gehören dazu. Ein Highlight war für mich, dass ich die Ergebnisse zur „Neubewertung der DGE-Position zu veganer Ernährung“ letztes Jahr in einem Symposium auf dem Kongress der „International Union of Nutritional Sciences“ in Paris vorstellen durfte.

Außerdem ist es immer wieder schön, dass man in der DGE nie alleine an einem Projekt arbeitet. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen im Referat Wissenschaft macht mir sehr viel Freude. Der Austausch mit den Mitgliedern des Wissenschaftlichen Präsidiums ist sehr wertvoll und führt dazu, dass die Ergebnisse immer besser werden und man bei jedem Schritt etwas lernt.

Welche Speise bereitest du am liebsten zu?

Alessa Klug:
Das kommt ganz darauf an, wie viel Zeit ich zur Verfügung habe. Wenn es schnell gehen soll, gibt es häufiger eine Erdnusssoße, mit verschiedenem Gemüse und beispielsweise Tofu sowie Reis oder Nudeln. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, habe ich große Freude daran, etwas aufwendigere Gerichte wie Sushi oder Lasagne zuzubereiten oder neue Rezepte auszuprobieren.

Vielen Dank für das Gespräch.