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Presseinformation: Presse, DGE aktuell, 2007 02/2007 vom 25.04.2007
DGE aktuell

Typ-2-Diabetes - eine Frage des Lebensstils

Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes


(dge) Schon heute werden in Deutschland knapp 8 % der gesamten Bevölkerung wegen Diabetes mellitus behandelt. Zu mehr als 90 % handelt es sich dabei um einen Typ-2-Diabetes. Jährlich steigt die Zahl der Erkrankten um 4 bis 5 % in unserem Land, so dass bis zum Jahr 2010 wahrscheinlich die 8-Millionen-Grenze überschritten wird. Betrachtet man die Situation weltweit, sieht es nicht besser aus: Im Jahr 2030 werden schätzungsweise 366 Mio. Menschen erkrankt sein. Ähnlich wie Übergewicht wird der Typ-2-Diabetes damit zur Epidemie.

Bereits heute schätzen Experten Diabetes als die teuerste chronische Erkrankung ein. „Von den Kosten werden fast 80 % für die Behandlung der im Prinzip weitgehend vermeidbaren Komplikationen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- und Augenerkrankungen ausgegeben“, so Prof. Dr. Hans Hauner vom Klinikum rechts der Isar in München und Mitglied im Wissenschaftlichen Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

Häufigste Gründe für das Entstehen eines Diabetes mellitus sind Übergewicht, insbesondere wenn sich das Fett am Bauch ansammelt, sowie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen infolge falscher Ernährung und Bewegungsarmut. Je ausgeprägter das Übergewicht ist und je länger es besteht, desto höher das Risiko. Ob und wann sich der Diabetes manifestiert, hängt allerdings vor allem von der genetischen Veranlagung ab.

Hintergrundinformation: Beim Typ-2-Diabetes mellitus handelt es sich um eine chronisch fortschreitende Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Sie beruht auf einer beeinträchtigten Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse, einer verminderten Wirkung von Insulin auf Leber, Muskel sowie Fettgewebe oder auf beidem. Obwohl offensichtlich eine genetische Veranlagung vorliegen muss, sind die Gründe für die starke Zunahme dieser Erkrankung in erster Linie in der Lebensführung, hauptsächlich in der übermäßigen Ernährung, zu suchen.

Durch die Änderung des Lebensstils, insbesondere durch eine Gewichtsabnahme, kann die Krankheit vermieden werden, wie die Finnische Diabetespräventionsstudie bewies: Hier setzten die Wissenschaftler auf eine 5 %-ige Gewichtsreduktion, die Fettaufnahme wurde auf max. 30 % der täglichen Energie begrenzt und die der gesättigten Fettsäuren auf 10 %. Gleichzeitig nahmen die Studienteilnehmer 15 g Ballaststoffe pro 1000 kcal zu sich und sie mussten sich über 4 Stunden pro Woche bewegen. Damit ließ sich das Diabetes-Risiko nach 3,2 Jahren um 58 % verringern. Die in den Vereinigten Staaten durchgeführte Nurses' Health-Studie zeigte, dass eine Gewichtszunahme zwischen 5 und 7,9 kg das Diabetes-Risiko nahezu verdoppelte; bei einer Gewichtszunahme von über 20 kg stieg das Risiko über den 14-jährigen Beobachtungszeitraum um das 12-Fache. Stellten die Studienteilnehmer ihre Ernährung um, verringerten ihr Körpergewicht und erhöhten die körperliche Aktivität, so verminderte sich das Diabetesrisiko deutlich.

Das Diabetes Prevention Program, eine amerikanische Diabetespräventionsstudie belegte, dass sich solche Maßnahmen auch finanziell lohnen: Die Kosten für jeden vermiedenen Diabetesfall lagen während des dreijährigen Schulungsprogramms bei 18.000 €, wenn der Lebensstil geändert wurde, die dreijährige Behandlung eines Menschen mit Diabetes betrug 25.000 €.

Doch was kann jeder Einzelne tun, damit er nicht an Diabetes erkrankt? Hier ist auf drei Dinge zu achten:

  • Das Körpergewicht sollte im normalen Bereich liegen (BMI unter 25 kg/m2)
  • Die Ernährung sollte vollwertig und energieangepasst sein, insbesondere fettmoderat und ballaststoffreich
  • Jeder sollte sich regelmäßig körperlich bewegen, wenigstens 30 Minuten pro Tag an mindestens 5 Tagen pro Woche

Wie aber sollen Diabetiker im Alltag mit der Erkrankung umgehen? Wie isst und trinkt man diabetesgerecht? Und zu welchen Komplikationen kann es kommen? Der neu aufgelegte Flyer der DGE „Essen und Trinken für Zuckerkranke mit Typ-2-Diabetes“ gibt konkrete Hilfestellung. Er ist in der Reihe „DGE-Infothek“ erschienen und kann unter der Artikelnummer 123028 für 0,50 € zzgl. Versandkosten beim

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