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Presseinformation: Presse, DGE aktuell, 2007 09/2007 vom 20.09.2007
DGE aktuell

Qualitätsstandards für die Schulverpflegung

Schlauer essen. Besser lernen


(dge) Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) veröffentlicht heute in Berlin die ersten bundesweiten Qualitätsstandards für die Schulverpflegung und setzt damit den Meilenstein zur Qualitätssicherung in der Schulverpflegung. Jede Ganztagsschule steht in der Pflicht, eine Mittagsmahlzeit anzubieten. Eine optimale Schulverpflegung kann die Konzentrations- und Lernfähigkeit sowie die schulischen Leistungen der Kinder und Jugendlichen fördern. Hier setzen die neuen Qualitätsstandards an und helfen allen an der Schulverpflegung Beteiligten bei der praktischen Umsetzung.

Unter dem Motto „Schlauer essen. Besser lernen – Qualitätsstandards für die Schulverpflegung” treffen sich rund 200 Teilnehmer zum Auftaktsymposium der DGE. Experten, Verantwortliche und Entscheidungsträger aus den Bereichen Schule, Ernährung, Bildung und Politik diskutieren Lösungen, wie die Verpflegung unserer Kinder und Jugendlichen verbessert werden kann und was sich noch ändern muss, damit Qualität in den Schulen praktikabel ist. Das Symposium widmet sich den Qualitätsstandards auch in der Praxis: In der Mittagspause können sich die Teilnehmer davon überzeugen, wie schmackhaft das Essen nach den neuen Standards ist! Die im Nationalen Aktionsplan verankerten Qualitätsstandards wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vom Projekt „Schule + Essen = Note 1” der DGE in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schule - Ernährung - Bildung erarbeitet und mit den Ländern abgestimmt.

Hintergrundinformation:

Mit den vorliegenden Qualitätsstandards werden präzise und damit überprüfbare Anforderungen an die Schulverpflegung gestellt und die Verknüpfungen zur Ernährungs- und Verbraucherbildung geschaffen. Sie sind als Grundlage für Leistungsverzeichnisse und Ausschreibungen geeignet und dienen zur ständigen Überprüfung von Qualität. Hierfür liefern Checklisten die entsprechende Basis.

Prof. Ulrike Arens-Azevêdo, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, macht anhand der Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) den Handlungsbedarf deutlich. Die repräsentativen Daten zeigen, dass z. B. Übergewicht und Essstörungen weit verbreitet sind. Ganztagsschulen bieten eine gute Möglichkeit, Einfluss auf die Ernährungssituation und damit die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu nehmen. Dies umso mehr, je besser es gelingt, die Verhältnisse durch ein entsprechendes Verpflegungsangebot und das Verhalten durch eine sinnvolle Ernährungserziehung in Einklang zu bringen. Eine regelmäßige Qualitätssicherung erleichtert die Herstellung und Ausgabe vollwertiger Speisen. Dies erfolgt mit Hilfe von Standards. Sie sind die Messlatte für die Qualität einer Dienstleistung bzw. eines Produktes. Sie erfassen alle Dimensionen der Schulverpflegung, dazu zählen Ernährungsphysiologie, Sensorik und Hygiene wie auch Service, Kommunikation und Atmosphäre. Zu wünschen ist laut Prof. Arens-Azevêdo, dass die zuständigen Landesministerien die Verbreitung der Standards nach Kräften unterstützen. Schulträger, -leitungen und -gremien, Elternvertretungen und die Anbieter von Schulverpflegung sollten gemeinsame Anstrengungen unternehmen, eine gute Qualität der Verpflegung zu gewährleisten, damit die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen gefördert und ein günstiges Ernährungsverhalten rechtzeitig geprägt werden kann.

„Was wir nicht frühzeitig in der Bildung leisten, kommt uns später teuer zu stehen”, sagt Prof. Dr. Ines Heindl, Institut für Ernährungs- und Verbraucherbildung der Universität Flensburg, in ihrem Beitrag zur Bedeutung der schulischen Ernährungsbildung. Schulen sind ideale Orte, Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern in ihrem Gesundheitshandeln zu erreichen. Hier kann ihnen die Herkunft der Lebensmittel nahe gebracht werden. Aus geschmacklich anregenden und dabei ausschließlich gesundheitsförderlichen Essensangeboten sollten die Kinder und Jugendlichen selbst wählen können. Idealerweise sind in Schulen fachliche Botschaften, z. B. im Unterricht, und alltägliche Erlebnisse von Lebensmittelangebot und -auswahl aufeinander abgestimmt. Die Essatmosphäre ist fröhlich, gemütlich und stressfrei. Beim Essen wird Zeit zum Genießen gelassen und es gibt Anreize für viel Bewegung. Qualitätsstandards und die Sicherstellung ihrer Umsetzung sind dabei Voraussetzungen eines optimalen Verpflegungsangebotes als Vorbild für nachhaltige Ernährungs- und Verbraucherbildung.


Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Tel: +49 228 3776-600
Fax: +49 228 3776-800

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