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Presseinformation: Presse, DGE intern 08/2007 vom 09. März
DGE intern

DGE zeichnet junge Wissenschaftlerin mit dem Max Rubner-Preis aus


Max Rubner-Preisträgerin (dge) Diplom-Oecotrophologin Yvonne Lorenz (28) ist die Preisträgerin des Max Rubner-Preises 2007 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. Im Rahmen des 44. Wissenschaftlichen Kongresses der DGE an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verlieh Prof. Dr. PeterStehle, Präsident der DGE, heute den Preis an Frau Lorenz.

 

Die junge Wissenschaftlerin hat sich mit der hochrangig publizierten Originalarbeit „Skin prick test reveals stable and heritable reduction of allergenic potency of gene silenced tomato fruits“ beworben. Grundlegende Idee der Studie ist es, durch den Einsatz von gentechnologischen Verfahren das allergene Potenzial von Lebensmitteln zu vermindern und dadurch Allergikern die Möglichkeit zu eröffnen, ihren Speiseplan zu erweitern. Am Beispiel der Tomate gelang es Frau Lorenz erstmals mit Hilfe der RNAi-Technologie („gene silencing“), die Translation des Allergie auslösenden Proteins zu hemmen. Die erfolgreiche Veränderung des Lebensmittels konnte sowohl durch in vitro-Untersuchungen mittels Histaminfreisetzungstest als auch in vivo durch Untersuchungen an Tomatenallergikern - mittels Hauttest - bestätigt werden.

Die eingereichte Publikation beeindruckte die Jury durch das in sich stimmige innovative Gesamtkonzept des Forschungsansatzes. Die Arbeit eröffnet ein neues Feld der Ernährungstherapie bei Lebensmittelallergie und liefert wichtige Hinweise für Präventionsmaßnahmen. „Als eindrucksvolles Beispiel für eine zielgerichtete Zusammenarbeit von Ernährungsmedizin und Grundlagenforschung ist das Studienkonzept sicherlich wegweisend“, betonte Stehle in seiner Laudatio. Da es keine kausale Therapie bei Lebensmittelallergie gibt, kann die Anwendung der RNAi-Technologie möglicherweise den eingeschränkten Speiseplan von Allergikern aufheben und dadurch deren Lebensqualität verbessern.

Nach dem Studium der Ernährungs- und Haushaltswissenschaft in Bonn war Frau Lorenz von 2003 bis 2006 Doktorandin am Paul-Ehrlich-Institut in Langen, unter Leitung von Prof. Vieths und Dr. Scheurer. Während ihrer Tätigkeit publizierte sie wesentliche Ergebnisse ihrer Promotionsarbeit in verschiedenen allergologischen Fachzeitschriften und nahm an nationalen und internationalen Veranstaltungen mit Vorträgen und Posterpräsentationen teil. Auf dem World Allergy Congress and Congress of the European Academy of Allergology and Clinical Immunology 2005 in München wurde sie mit dem Posterpreis in der Kategorie "Food Allergy" ausgezeichnet.

Der mit 5.000 EUR dotierte Max Rubner-Preis wird von der Stiftung zur Förderung der DGE getragen. Er wurde heute zum 15. Mal, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, für hervorragende wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit Fragen der Ernährungstherapie oder der Prävention ernährungsmitbedingter Krankheiten beschäftigen, verliehen.

Der berühmte Physiologe Max Rubner (1854 bis 1932) zählt zu den bedeutenden und wegweisenden Ernährungsphysiologen. Der Münchner Mediziner gilt als direkter Schüler von Carl von Voit. Er widmete sich vor allem Fragen des Energiestoffwechsels und des Wärmehaushalts und veröffentlichte zahlreiche grundlegende Werke, darunter sein „Lehrbuch der Hygiene“ sowie „Die Gesetze des Energieverbrauchs bei der Ernährung“.


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