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Presseinformation: Presse, 2008 09/2008 vom 27.08.2008

Aufruhr im Darm – Nie wieder Obst?

Essen und Trinken bei Fruktosemalabsorption


(dge) In den Sommermonaten ist das Obstangebot, vor allem auch der heimischen Sorten, größer und vielfältiger denn je, so dass kaum einer widerstehen kann. Aber nicht jeder kann Obst uneingeschränkt genießen. Gehören Sie auch zu den Personen, bei denen es nach dem Genuss von Obst häufig zu Rumoren in Bauch und Darm kommt? Dann kann eine Fruktosemalabsorption bzw. intestinale Fruktoseintoleranz vorliegen. Wie viele Personen in Deutschland an Fruktosemalabsorption leiden, ist nicht genau bekannt. Viele scheinen betroffen zu sein, ohne dass eine Diagnose gestellt ist. Dabei ist diese mit Hilfe des so genannten „H2-Atemtests“ recht einfach: Er misst nach einer Belastung mit Fruktose über die Atemluft, ob die typischen Darmgase entstehen und abgeatmet werden.

Bei Fruktosemalabsorption ist die Aufnahme von Fruktose, also Fruchtzucker, der z. B. in Obst und Honig vorkommt, im Dünndarm gestört. Weitgehend unverdaut gelangt die Fruktose deshalb in größerer Menge in den Dickdarm. Die dort vorhandenen Bakterien bauen Fruktose zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen wie Wasserstoff oder Kohlendioxid ab, die Beschwerden wie Blähungen und/oder Durchfall auslösen können. Meiden die Betroffenen Fruchtzucker, verschwinden die Symptome völlig. Ein vollständiger Verzicht muss jedoch nicht sein, denn eine geringe Menge Fruktose wird meist vertragen. Die Fruktoseverträglichkeit ist von Person zu Person unterschiedlich und individuell zu ermitteln. Bei manchen Menschen sind die Beschwerden nur vorübergehend, bei anderen kann die Fruktose ein Leben lang Probleme machen.

Nicht zu verwechseln ist die Fruktosemalabsorption mit der angeborenen (hereditären) Fruktoseintoleranz. Hierbei handelt es sich um eine seltene Störung des Fruktosestoffwechsels, bei der den Betroffenen ein Enzym, das für den Fruktoseabbau benötigt wird, fehlt. Sie erfordert von Geburt an einen strikten Verzicht von Fruktose.

Hintergrundinformation

Der Einfachzucker Fruktose ist ein natürlicher Bestandteil von Obst und zahlreichen Gemüsesorten. Vor allem Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Trauben sowie Kohl und Möhren sind fruktosereich. Fruktose befindet sich außerdem in Honig, Fruchtsaft, Fruchtjoghurt, Müsliriegeln, Marmelade, Süßwaren sowie Limonade und Cola.

Ursache für die Fruktosemalabsorption ist die ungenügende Verdauung des Zuckerbausteins Fruktose, den normalerweise ein Transporter aus der Nahrung in die Dünndarmzellen und damit in die Blutbahn schleust. Bei der Fruktosemalabsorption ist dieses Transportsystem defekt bzw. seine Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Auch der Zuckeraustauschstoff Sorbit sollte bei Fruktosemalabsorption gemieden werden. Da er dasselbe Transportmittel nutzt, kann er kurzfristig die Aufnahme der Fruktose vermindern. Sorbit kommt in manchen Obstarten vor und wird vielen Produkten – genau wie Fruktose – als Zuckeraustauschstoff zugesetzt.

Glucose (Traubenzucker) hingegen begünstigt die Fruktoseaufnahme, da sie die Aktivität des Transporters anregt. Aus diesem Grund wird Saccharose (Haushaltszucker), die je zur Hälfte aus Fruktose und Glucose besteht, relativ gut aufgenommen.

Auch mit Fruktosemalabsorption kann man sich vollwertig ernähren. Wichtige Hintergrundinformationen zu dieser Stoffwechselstörung sowie umfassende Tipps für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ohne Beschwerden finden Betroffene in der aktuellen Erstauflage der DGE-Infothek „Essen und Trinken bei Fructosemalabsorption“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. Der Ratgeber ist zum Preis von 0,50 EUR zzgl. Versandkostenpauschale von 3,00 EUR beim DGE-MedienService, Tel.: 0228 9092626, Fax: 0228 9092610, unter der Artikel-Nr.: 123031 zu bestellen.

Die Broschüre ist mit neun weiteren Infotheken in einer Reihe erschienen, die Hintergründe zu Ernährungsproblemen darstellt und praxisorientierte Anleitung für eine geeignete Ernährung bzw. Diät gibt.


Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
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