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Presseinformation: Presse, DGE aktuell, 2008 01/2008 vom 13.03.2008
DGE aktuell

45. Wissenschaftlicher Kongress der DGE

Wissenschaftler fokussieren die Lebensmittelqualität


(dge) Wie ist es um die Ernährung in der Adoleszenz und im Alter bestellt? So lauteten zwei Schwerpunkte des Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) am 13. und 14. März 2008 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Wissenschaftler vermuten, dass viele Erkrankungen wie Herzkreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus und Adipositas ihren Ursprung in der Kindheit und im Jugendalter haben. Die Ursachen dafür sind allerdings noch nicht hinreichend erforscht. Über die HELENA-Studie, die auf dem Kongress vorgestellt wurde, gewinnen Forscher nun erstmals für Europa einheitliche Basisdaten zu Ernährung und Lebensstil von 3000 Jugendlichen.

Der Schwerpunkt Ernährung im Alter zeigte vorrangig Möglichkeiten und Methoden, wie Zustände von Mangelernährung erfasst werden können. Neben Nahrungsdefiziten erschweren Flüssigkeitsmangel sowie die körperliche und geistige Verfassung bei Älteren eine optimale Versorgung mit Nährstoffen im Alltag. Ferner wurden Methoden und Ergebnisse der Bioanalytik vorgestellt. Was leisten solche modernen Analyseverfahren, mit deren Hilfe natürliche Verbindungen wie Vitamine oder sekundäre Pflanzenstoffe auch im Hinblick auf ihre Bioverfügbarkeit untersucht werden können?

Unter dem Motto „Lebensmittelqualität“ begrüßten die Wissenschaftlichen Leiter und Professoren Peter Stehle und Rudolf Galensa, beide Universität Bonn, rund 550 Ernährungsexperten zum DGE-Kongress. 120 Referenten präsentierten in 51 Vorträgen und 70 Posterbeiträgen aktuelle Ergebnisse aus der ernährungswissenschaftlichen Grundlagenforschung. Vortragsreihen zur Nationalen Verzehrsstudie II, Berichte zu den Ergebnissen des World Cancer Research Fund (WCRF) sowie verschiedene Workshops erweiterten das Kongressangebot.

Hintergrundinformation: Aus dem Bereich Forschung und Entwicklung stellte PD Dr. Michael Rychlik von der TU München Stabilisotopenverdünnungsanalysen als moderne Werkzeuge der Bioanalytik dar. Mit Hilfe bioanalytischer Verfahren können z. B. Mykotoxingehalte (Pilzgifte) in Lebensmitteln bestimmt werden. Dies ermöglicht eine sichere und schnelle Erfassung der Gifte zur Verbesserung der Verbrauchersicherheit. Auch bei der Bestimmung von Vitamingehalten und deren Bioverfügbarkeit aus Lebensmitteln findet die Bioanalytik Anwendung. Rychlik machte dies am Beispiel der Folsäure deutlich. „Nicht nur die Folatgehalte in Lebensmitteln entscheiden darüber, ob wir gut versorgt sind, sondern auch ihre Bioverfügbarkeit, die in Lebensmitteln sehr unterschiedlich sein kann. Hohe Folatgehalte in Lebensmitteln führen nicht zwangsläufig zu einer guten Folatversorgung“.

Prof. Louis Moreno Aznar von der Universität Zaragoza, Spanien, stellte in seinem Plenarvortrag die HELENA-Studie (Healthy Lifestyle in Europe by Nutrition in Adolescence ) vor. Sie soll die Frage beantworten, wie es um die Ernährungsgewohnheiten und den Lebensstil europäischer Jugendlicher bestellt ist. An der von der Europäischen Kommission geförderten Untersuchung sind 25 wissenschaftliche Institute aus 10 Ländern beteiligt. Neben Lebensmittelauswahl und -präferenzen werden auch Stoffwechselparameter, Vitaminstatus, Immunfunktionen, Genotyp sowie körperliche Aktivität und Fitness der 13- bis 16-jährigen Probanden untersucht. Einzigartig an der HELENA-Studie ist, dass alle Untersuchungen nach denselben standardisierten Verfahren erfasst werden. Damit stehen dann erstmals international vergleichbare Basisdaten zur Verfügung.

Die Vortragsreihe zum World Cancer Research Fund (WCRF)-Report legte den Fokus auf Ernährung und Krebs. Rund 7.000 Krebsstudien wurden systematisch ausgewertet, von Experten beurteilt und zu Empfehlungen zusammengefasst. Nicht jede Form von Krebs ist vermeidbar, da einige Krebsarten genetische Ursachen haben. Deren Zahl liegt jedoch nur bei etwa 5 %. Rauchverzicht und eine ausgewogene Ernährungsweise mit reichlichem Verzehr von nicht stärkehaltigem Obst und Gemüse können das Krebsrisiko deutlich senken. Hingegen erhöhen der Konsum alkoholischer Getränke sowie Übergewicht das Risiko für zahlreiche Krebserkrankungen. Die deutsche Zusammenfassung des Reports „Ernährung, körperliche Aktivität und Krebsprävention“ ist über die Internetseite der DGE erhältlich.


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Tel: +49 228 3776-600
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