Der Wissenschaft verpflichtet – Ihr Partner für Essen und Trinken
Direkt zum Hauptinhalt

1. Was ist Chlorid?

Chlorid ist ein lebensnotwendiges Mengenelement. Es gehört gemeinsam mit Natrium und Kalium zu den wichtigsten Elektrolyten des Körpers. Chlorid ist als Chloridanion (Cl) voll­ständig wasserlöslich. Es ist das mengenmäßig vorherrschende Anion der extrazellulären Flüssigkeit.

Nach oben

2. Wofür braucht der Körper Chlorid?

Chlorid spielt eine wichtige Rolle für die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks und des Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalts. Chlorid ist weiterhin als Salzsäure (HCl) Bestandteil des Magensafts, welcher der Verdauung und Abwehr von Krankheitserregern dient. Außerdem ist Chlorid an enzymatischen Prozessen beteiligt und beeinflusst zusammen mit Natrium den Blutdruck.

Nach oben

3. Die Referenzwerte für Chlorid wurden 2016 überarbeitet – was hat sich geändert?

Da Chlorid fast ausschließlich zusammen mit Natrium zugeführt wird, basiert die Ableitung der Referenzwerte auf den Schätzwerten für die Natriumzufuhr. Im Rahmen der Überarbei­tung der Referenzwerte wurde der Schätzwert für die Natriumzufuhr überarbeitet, dement­sprechend wurden auch die Referenzwerte für die Chloridzufuhr aktualisiert.

Die überarbeiteten Schätzwerte für eine angemessene Chloridzufuhr sind abhängig vom Alter und betragen bei Kindern im Alter von 1 bis unter 4 Jahren 600 mg/Tag und steigen auf 2 150 mg/Tag für die 13- bis unter 15-Jährigen an. Ab 15 Jahren sowie bei Erwachsenen, Schwangeren und Stillenden beträgt der Schätzwert für eine angemessene Chloridzufuhr 2 300 mg/Tag. (s. Tabelle der Referenzwerte für die Chloridzufuhr).

Die Schätzwerte für die Säuglinge orientieren sich am Chloridgehalt der Frauenmilch und betragen im Alter von 0 bis unter 4 Monaten 300 mg/Tag und bei Säuglingen im Alter von 4 bis unter 12 Monaten 450 mg/Tag.

Nach oben

4. Wie hoch ist die Zufuhr von Chlorid in Deutschland?

Die Zufuhr von Chlorid über die Nahrung erfolgt hauptsächlich zusammen mit Natrium als Natriumchlorid (NaCl, Speisesalz). Daher wurden die Daten zur Chloridzufuhr anhand der Speisesalzzufuhr bzw. der Natriumzufuhr berechnet. In der Studie zur Gesundheit Erwach­sener in Deutschland1 (DEGS1; 2008–2011) wurde anhand der Natriumausscheidung über den Urin die Natriumzufuhr über die Ernährung geschätzt und daraus die mittlere Speisesalzzufuhr berechnet. Anhand der berechneten Speisesalzzufuhr ließ sich die Chloridzufuhr über die Ernährung berechnen, die für 18- bis 79-jährige Frauen und Männer
5 g/Tag bzw. 6 g/Tag betrug.

Nach oben

5. Besteht in der deutschen Bevölkerung ein Chloridmangel?

Nein. Chlorid wird in Deutschland hauptsächlich zusammen mit Natrium als Natriumchlorid (NaCl, Speisesalz) über die Nahrung zugeführt. Bei der Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist die Speisesalzzufuhr zu hoch. Damit einhergehend liegt auch die Zufuhr von Chlorid deutlich über den Schätz­werten für eine angemessene Zufuhr (s. Frage 4). Ein Chloridmangel ist daher in Deutsch­land sowie anderen industrialisierten Ländern generell nicht zu erwarten. Weitere Informatio­nen zur Speisesalzzufuhr in Deutschland sind den FAQs zu Speisesalz zu entnehmen (FAQs Speisesalz).

Nach oben

6. Wie kann es zu einem Chloridmangel kommen?

Ein Chloridmangel infolge einer geringen Chloridzufuhr über die Ernährung ist aufgrund des breiten Vorkommens von Chlorid in Form von Speisesalz in verarbeiteten Lebensmitteln sehr selten. Chloridmangel tritt am wahr­scheinlichsten als Folge erhöhter Chloridverluste auf, z. B. durch Erbrechen, chronische Nierenkrankheiten, Nierenversagen oder der Einnahme von harntreibenden Medikamenten (Diuretika). Wenn Natriumverluste auftreten, gehen diese gewöhnlich auch mit Chlorid­verlusten einher.

Zu den Symptomen eines Chloridmangels gehören u. a. Hypotonie, Herzrhythmusstörungen (Tachykardie) und ein erhöhter pH-Wert im Blut (metabolische Alkalose).

Nach oben

7. Wodurch kann eine Überversorgung mit Chlorid entstehen? Welche Folgen hat diese?

Da Chlorid mit der Nahrung als Natriumchlorid zugeführt wird, ist die von Natrium unabhän­gige Auswirkung einer hohen Chloridzufuhr auf die Gesundheit schwer zu ermitteln. Toxische Wirkungen von Chlorid selbst sind nicht bekannt. Nach Zufuhr von hoch dosiertem Kaliumchlorid als Speisesalzersatz oder Nahrungsergänzungsmittel sind Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System beschrieben worden, wobei der Einfluss von Chlorid zur Entstehung dieser Symptome unklar ist.

Vom Institute of Medicine (IOM) wurde für Erwachsene (einschließlich Schwangere und Stillende) eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge von 3,6 g Chlorid/Tag angegeben. Für Säuglinge kann laut IOM keine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge angegeben werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beurteilt die vorhandene Datenlage als nicht ausreichend, um eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge für Chlorid aus Lebensmitteln abzuleiten.

Nach oben

8. Welche Lebensmittel haben einen geringen, welche einen hohen Chloridgehalt?

Lebensmittel mit geringem Chloridgehalt: Gemüse, Obst, Nüsse (unverarbeitet) und allgemein unverarbeitete Lebensmittel

Lebensmittel mit hohem Chloridgehalt: allgemein verarbeitete Lebensmittel wie z. B. Brot, Wurstwaren und Fischkonserven

Chlorid wird in Deutschland hauptsächlich zusammen mit Natrium als Natriumchlorid (NaCl, Speisesalz) über die Nahrung zugeführt. Hauptquelle für Chlorid in der Ernährung sind verar­beitete Lebensmittel (70–75 % der Zufuhr). Diese weisen einen hohen Gehalt an Speisesalz auf, das u. a. aufgrund seiner geschmacksgebenden und konservierenden Eigenschaften bei der Herstellung von Lebensmitteln zugegeben wird. In den FAQs zu Speisesalz finden sich, exemplarisch für einzelne Lebensmittelgruppen, Angaben zum Speisesalzgehalt (FAQs Speisesalz).

Nach oben

1Die „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) wird vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführt. DEGS ist Teil des Gesundheitsmonitorings des RKI. Mit der Studie erhebt das Institut seit 2008 bundesweit Daten zur Gesundheit der in Deutschland lebenden Erwachsenen.

Nach oben

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Tel: +49 228 3776-600
Fax: +49 228 3776-800

DGE-Ernährungskreis

Weitere Informationen

Projekte der DGE im Rahmen von „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ gefördert durch das BMEL.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. © 2018 DGE.