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Presseinformation: Presse, DGE aktuell, 2007 08/2007 vom 08.08.2007
DGE aktuell

Süßstoffe — süß und sicher

DGE erklärt, was hinter der Alternative für Zucker steckt


(dge) In Light-Produkten, im Kaugummi, als Süße zum Kaffee oder im Konservenglas mit Roter Bete: Der Einsatz von Süßstoffen ist vielfältig. Viele nutzen sie täglich, andere sind skeptisch, wieder andere lehnen sie konsequent ab. Zucker oder Süßstoff? Diese Frage verunsichert so manchen. Ob man bei einem süßen Lebensmittel auf die zuckerhaltige oder auf die mit Süßstoff gesüßte Variante zurückgreift, diese Entscheidung muss jeder selbst treffen und ist Geschmackssache. Wichtig ist, dass beim üblichen Gebrauch von Süßstoffen keine gesundheitlichen Gefahren lauern. „Für Personen, die abnehmen oder Übergewicht vermeiden möchten, sind Süßstoffe im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung eine gute Alternative“, erklärt Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).

Süßstoffe werden bei der Herstellung brennwertverminderter Lebensmittel, diätetischer Produkte oder als Tafelsüßstoff (Tabletten, Streusüße, Flüssigsüße) verwendet. Sie dürfen bei nichtalkoholischen Getränken, Konfitüren, Marmeladen, Gelees, Dessertspeisen, Süßwaren, Obstkonserven, süß-sauren Konserven, Senf, Saucen und Nahrungsergänzungsmitteln zugegeben werden.

Ihr Vorteil: Sie sind praktisch kalorienfrei und haben eine vielfach höhere Süßkraft als Haushaltszucker, so dass nur Mengen im Milligrammbereich benötigt werden. Auch ohne Zucker kann so ein süßer Geschmack erzielt werden. Süßstoffe werden entweder synthetisch hergestellt oder sind natürliche Verbindungen und zählen zu den Lebensmittelzusatzstoffen. Zurzeit sind acht Süßstoffe in der Europäischen Union zugelassen.

Hintergrundinformation:

Die Kennzeichnung der mit Süßstoff hergestellten Produkte ist EU-weit geregelt. Auf dem Etikett steht z. B. „mit Süßungsmittel“ bzw. beim Einsatz einer Süßstoffkombination „mit Süßungsmitteln“. Enthält ein Produkt sowohl Süßstoff als auch Zucker, lautet die Aufschrift: „mit einer Zuckerart und Süßungsmittel“ bzw. „mit Zuckerarten und Süßungsmitteln“. Die verwendeten Süßstoffe werden im Zutatenverzeichnis aufgelistet. Bei Tafelsüßen gibt bereits die Verkehrsbezeichnung den enthaltenen Süßstoff an, wie „Flüssigsüße auf der Basis von Saccharin“.

Menschen mit Phenylketonurie dürfen Aspartam nicht aufnehmen, da Aspartam die Aminosäure Phenylalanin enthält und diese konsequent zu meiden ist. Produkte und Tafelsüßen mit Aspartam tragen daher zusätzlich den Hinweis „enthält eine Phenylalaninquelle“ oder „mit Phenylalanin“.

Süßstoffe werden vor ihrer Zulassung ausführlich auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft. Die gesundheitliche Bewertung der in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten zulässigen Zusatzstoffe erfolgt durch internationale Expertengremien. Auch nach der Zulassung erfolgt bei Bedarf eine kontinuierliche Überprüfung der Süßstoffe, in der die gesundheitliche Begutachtung von Expertengremien fortgesetzt wird. So wurde beispielsweise mutmaßlichen Zusammenhängen zwischen Aspartam und potenziell unerwünschten Wirkungen wie Kopfschmerzen, Allergien, Epilepsie oder Krebsentstehung nachgegangen. Diese konnten nicht bestätigt werden.

Bei der Bewertung der zugelassenen Süßstoffe werden jeweils akzeptable tägliche Aufnahmemengen (Acceptable Daily Intake, ADI) abgeleitet. Diese basieren auf Ergebnissen aus Tierexperimenten, in denen über längere Zeit hohe Dosen des betreffenden Stoffes verabreicht wurden. Die Dosis, bis zu der keine unerwünschten Wirkungen auftraten (No-Observed-Adverse-Effect-Level, NOAEL), wird durch einen Sicherheitsfaktor (i. d. R. 100) geteilt. So ergibt sich der ADI-Wert als die Menge (in mg/kg Körpergewicht), die täglich lebenslang aufgenommen werden kann, ohne dass unerwünschte Wirkungen zu erwarten sind. Gelegentliche Überschreitungen dieses Richtwertes sind tolerabel. Bei Verwendung der Süßstoffe in den üblichen Verzehrsmengen werden die ADI-Werte jedoch nicht oder kaum erreicht. Folgende Süßstoffe sind in der EU zurzeit zugelassen:

E-Nr. Süßstoff Brenn-
wert
[kcal/g]
Süßkraft [als
Vielfaches
von Haus-
haltszucker]
E 950 Acesulfam K 0 ca. 200
E 951 Aspartam 4 ca. 200
E 952 Cyclamat 0 ca. 40
E 954 Saccharin 0 ca. 400
E 955 Sucralose 0 ca. 500–600
E 957 Thaumatin 4 ca. 2500
E 959 Neohesperidin DC ~0 ca. 600
E 962 Aspartam-Acesulfamsalz ~0 ca. 350

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Tel: +49 228 3776-600
Fax: +49 228 3776-800

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