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Presseinformation: Presse, DGE aktuell, 2007 04/2007 vom 11.06.2007
DGE aktuell

DGE begrüßt Engagement des Parlamentes für Ernährung und Bewegung bei Kindern

Parlamentarische Anhörung im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


(dge) Erstmalig in der Geschichte spielt die Ernährung in Kindertagen eine entscheidende Rolle für das gesundheitliche Schicksal über eine Lebensspanne von 70 bis 80 Jahren. Das ist eine enorme Verantwortung. Daher begrüßt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) das Engagement des Parlamentes, sich noch intensiver mit Ernährung und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen – und damit der gesundheitlichen Perspektive der Bürgerinnen und Bürger – zu befassen.

Die DGE fordert deshalb Angebote für Eltern, Erziehende und Einrichtungen für Kinder zur Unterstützung in der Ernährungserziehung, die Intensivierung der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen, die verbindliche Umsetzung von qualitativ gesicherter Verpflegung in Kindergarten, Kindertageseinrichtungen (Kitas) und Schulen und die qualitative Absicherung der ernährungsbezogenen Inhalte.

„Gerade wegen der Bedeutung von Ernährungserziehung und -bildung fordert die DGE nachdrücklich die Etablierung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung der ernährungsbezogenen Inhalte. Dazu gibt es bereits jetzt bewährte Aktivitäten der DGE“, sagt Dr. Christel Rademacher, Referatsleiterin bei der DGE, anlässlich der parlamentarischen Anhörung in Berlin.

Hintergrundinformation

Alle gesellschaftlichen Gruppen tragen Verantwortung dafür, dass Kinder in guter Gesundheit aufwachsen und leben können. Ein entscheidender Faktor dafür ist die Ernährung, die gekoppelt sein muss an ausreichend körperliche Bewegung. Mit Projekten in den Bundesländern und mit bundesweiten Projekten trägt die DGE schon seit vielen Jahren dazu bei.

Die Lebensumstände machen es Kindern nicht leicht. Körperliche Bewegung konkurriert mit Medienkonsum. So weisen Kinder, die bereits im Vorschulalter über einen eigenen Fernseher verfügen, bei Einschulungsuntersuchungen ein deutlich höheres Körpergewicht auf. Gleichzeitig führen grundlegende Veränderungen im Essverhalten und der Esskultur sowie das große Angebot von immer und überall verfügbaren, preiswerten und überaus schmackhaften Lebensmitteln dazu, dass es vor allem auch für Kinder immer schwieriger wird, dauerhaft eine ausgeglichene Energiebilanz zu erreichen. Die Entstehung von Übergewicht ist die konsequente Folge – es sei denn, es wird bewusst gegengesteuert. Das Ausmaß der Bewegung zu steigern genügt alleine nicht, die Anpassung der Ernährung an die Lebensumstände ist essentiell. Und dies muss bereits sehr früh einsetzen, weil sich Essgewohnheiten aus Kindheit und Jugend verfestigen.

„Mit dieser Lebenssituation kompetent umzugehen, muss erlernt werden: Weil Lernen sich in sozialen Zusammenhängen vollzieht, sind Ernährungserziehung und Ernährungsbildung wesentlich gefordert. Es geht darum, eine für die Gesundheit förderliche Ernährung von klein an zu erlernen und als Selbstverständlichkeit zu verfestigen. Eltern, Erzieher, Kinderbetreuung, Schule, Personen mit Vorbildfunktion stehen unmittelbar in der Verantwortung. Die Politik ist gefordert, die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen“ betont Dr. Christel Rademacher, Referatsleiterin bei der DGE.

Die DGE hat sich in Wahrnehmung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben bundesweit und mit den DGE-Sektionen in den Bundesländern in vielfältiger Weise im Bereich der Prävention und Ernährungsaufklärung mit dem Thema Ernährung von Kindern und Jugendlichen befasst und wird dies konsequent fortführen.

Der Katalog der Forderungen der DGE

  • Angebote zur Unterstützung bei der Ernährungserziehung an Eltern, Erziehende und Einrichtungen für Kinder durch Etablierung von Elternprogrammen zur Ernährung („Elternschule“) und Einbeziehen von qualifizierter Ernährungsberatung in die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder
  • Etablierung der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen durch Umsetzung von REVIS (Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen)
  • Qualitätssicherung von Schulmedien, Materialien und Schulbüchern durch die DGE als zentral beratende Instanz
  • Verpflegungsangebote in Kindergärten, Kitas und Schulen nach den Qualitätsstandards der DGE, gekoppelt an die Einbindung von Ernährungs- und Verbraucherbildung in die Stundentafeln der Schulen
  • Begleitung des Prozesses der Einführung und Qualitätssicherung von Verpflegung in Kindergärten, Kitas und Schulen durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte der DGE und der DGE-Sektionen
  • Einrichtung von Schulsnackprogrammen mit kostenfreiem Obst und Gemüse
  • Einrichtung von Beratungs- und Koordinationsstellen für alle Maßnahmen der Ernährungsbildung, einschließlich der Ernährungsaufklärung, Ernährungsinformation und Ernährungsberatung zur Qualitätssicherung der Inhalte und der Prozesse auf Bundes- und Landesebene unter Federführung der DGE
  • Sensibilisierung und Information von Akteuren, die Zielgruppenarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien mit Migrationshintergrund und aus sozial benachteiligten Gruppen leisten, für Fragen der Ernährung sowie
  • Angebote an diese Multiplikatoren für begleitende Beratung bei der Projektentwicklung und in der Zielgruppenarbeit in Fragen der Ernährung
  • Fortführung bewährter Projekte wie FIT KID und Schule plus essen gleich Note eins, und Ausweitung von Maßnahmen aus den Sektionen, die zielführend für die Verbesserung der Ernährungssituation sind.

Ziel der Maßnahmen muss es sein,

  • eine gesundheitsfördernde Ernährung, wie sie auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnis von der DGE formuliert wird, allgemein zu etablieren;
  • Verhältnisse zu schaffen, die es allen Kindern ohne Rücksicht auf Herkunft, Bildungsgrad oder finanzielle Situation ermöglichen, sich gesundheitsförderlich zu ernähren;
  • durch Ernährungserziehung und Ernährungsbildung die Voraussetzung zu einem selbst bestimmten und verantwortungsbewussten Ernährungs- und Gesundheitsverhalten zu schaffen.

Die DGE befasst sich in vielfältiger Weise im Bereich der Prävention und Ernährungsaufklärung mit dem Thema Ernährung von Kindern und Jugendlichen und wird dies konsequent fortführen.


Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
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Tel: +49 228 3776-600
Fax: +49 228 3776-800

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