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DGE-Newsletter Dezember 2016

DGE-Zertifizierung: Auszeichnung für nachhaltige Verpflegung

Betriebe, die sich über die Gesundheitsförderung hinaus aktiv in Sachen Nachhaltigkeit einsetzen möchten, können parallel zum bisherigen DGE-Zertifikat oder auch nachträglich die Zusatz-Auszeichnung „Nachhaltige Verpflegung“ erhalten. Hierfür müssen sie aus den vier Dimensionen Gesundheit, Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaft verschiedene Kriterien erfüllen. Nachhaltiges Handeln in Bezug auf die Gesellschaft impliziert z. B. die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, faire Vergütung, Wertschätzung von Mitarbeitern und Gästen sowie eine transparente Kommunikation. Im Hinblick auf die Ökologie ist die Reduzierung von Treibhausgasemissionen ein entscheidender Faktor. Dieser kann u. a. durch Einsatz von Großküchengeräten mit einem hohen Energie- und Wassersparpotenzial oder durch das regelmäßige Angebot von fleischfreien (Mittags-)Gerichten realisiert werden.

DGE vergibt erstmals Auszeichnung für nachhaltige Verpflegung (DGE intern 10/2016)

Das Kantinen-Coaching-Projekt GROSSE KÜCHE - GUTES ESSEN erfolgreich abgeschlossen

Als Teil des Aktionsprogramms „Nachhaltig essen“ hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Herbst letzten Jahres das Pilotprojekt „Grosse Küche – gutes Essen“ initiiert. Über ein Jahr erhielten ausgewählte Betriebe der Außer-Haus-Verpflegung ein individuelles Coaching mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Ziel war die Zertifizierung durch die DGE und die Bio-Zertifizierung.

Neun Betriebe – von der Kindertagesstätte bis zur Seniorenverpflegung – haben bewiesen, dass nachhaltig wirtschaften mit regionalen Lieferketten, dem Einsatz ökologischer und regionaler Produkte, energiesparender Zubereitung und Vermeidung von Lebensmittelabfällen möglich ist. Nach erfolgreichem Coaching erhielten sie am 7. Dezember 2016 in Stuttgart ihre Zertifizierung. Dr. Helmut Oberritter, Geschäftsführer der DGE und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, überreichten die DGE- und Bio-Zertifizierungen.

Grosse Küche – Gutes Essen: Herzlichen Glückwunsch!

Abschlusstagung des Kantinen Coaching-Projekts

Aktuelle Position der Academy of Nutrition and Dietetics zu veganer Ernährung

Die Academy of Nutrition and Dietetics der USA hat ihre neue Position zur veganen Ernährung veröffentlicht. Sie spricht sich dafür aus, dass eine gut geplante vegane Ernährung, die Nährstoffpräparate und angereicherte Lebensmittel einschließt, allen Ernährungsempfehlungen gerecht werden kann und für alle Altersgruppen, einschließlich Schwangerschaft und Stillzeit, geeignet ist.

Für die DGE ist dies kein Grund, ihre im April ausgesprochene Position zu ändern. Da das Risiko eines Nährstoffmangels in den sensiblen Lebensphasen als hoch eingeschätzt wird, hat sich die DGE auf Grundlage der verfügbaren Daten entschieden, eine vegane Ernährung für diese Bevölkerungsgruppen nicht zu empfehlen. Nach wie vor gibt es für die deutsche Bevölkerung zu wenig Daten, die die Sicherheit einer veganen Ernährung, vor allem für Personen in sensiblen Lebensphasen wie Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder, Jugendliche, bestätigen. Auch zur Nährstoffversorgung von Veganern, insbesondere in Deutschland, ist wenig bekannt, was eine Beurteilung erschwert und entsprechende Studien notwendig macht.

Nordamerikanische Studienergebnisse und Verhältnisse können zudem nicht zwangsläufig auf die deutsche Bevölkerung übertragen werden. Im Vergleich zu Deutschland sind deutlich mehr mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Lebensmittel auf dem Markt. Daher ist die Versorgung mit den kritischen Nährstoffen in diesen Ländern gegebenenfalls einfacher zu realisieren. Diese Unterschiede im Angebot angereicherter Lebensmittel können u. a. die unterschiedliche Bewertung des möglichen Risikos für Gesundheitsstörungen bei veganer Ernährung erklären.

Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets (DOI:10.1016/j.jand.2016.09.025)

Ausgewählte Fragen und Antworten zu veganer Ernährung

Lebensmittelverschwendung, nein danke – Hilfestellung für Betriebe des Gastgewerbes und der Lebensmittelindustrie

Essbares im Müll – das sieht keiner gern. Nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen der Lebensmittelbranche stellen sich die Frage, wie Lebensmittelabfälle vermieden werden können. Erprobte und praxistaugliche Hilfestellungen für Produzenten, Handel und Gastgewerbe bietet die neue Internetplattform der Fachhochschule Münster „LAV – Lebensmittel Abfall Vermeiden“.

So finden Gastronomen sowie Verantwortliche in der Gemeinschaftsverpflegung auf der LAV Plattform verschiedene Instrumente, um Lebensmittelverluste zu verringern, beispielsweise in Form von Mess- und Checklisten sowie Kalkulationstabellen und Schulungsunterlagen.

www.lebensmittel-abfall-vermeiden.de

Nährwertkennzeichnung bei Lebensmitteln seit 13.12.2016 Pflicht

Seit dem 13.12.2016 gilt die Pflicht zur Nährwertkennzeichnung bei vorverpackten Lebensmitteln. Die Hersteller müssen nun Angaben zum Brennwert (Kalorien), zum Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz jeweils bezogen auf 100 g bei festen und 100 ml bei flüssigen Lebensmitteln machen. Zusätzlich können freiwillig Angaben zu den Nährwerten in einer Portion erfolgen. Hierbei muss ersichtlich sein, wie groß die jeweilige Portion ist und wie viele Portionen jeweils enthalten sind. Die Angaben erleichtern dem Verbraucher, die Energiedichte eines Lebensmittels besser einzuschätzen. Diese gibt den Energiegehalt eines Lebensmittels (in kcal oder kJ) pro Gewichtseinheit (z. B. g oder 100 g) an. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und zur besseren Gewichtskontrolle rät die DGE, eine Ernährung mit Lebensmitteln niedriger Energiedichte anzustreben. Das sind Lebensmittel mit einem Energiegehalt von unter 100-150 kcal/100 g. Lebensmittel mit hoher Energiedichte liefern mehr als 225 kcal/100 g.

Flyer „Kennzeichnung von Lebensmittel“

Biss für Biss das Körpergewicht senken – DGE empfiehlt den Blick auf die Energiedichte von Lebensmitteln (DGE aus der Wissenschaft 01/2014)

Fortbildungstermine für Fachkräfte und Mitarbeiter in der Gemeinschaftsverpflegung

Auf Basis der DGE-Qualitätsstandards bietet die DGE Seminare für Küchenleitungen und Küchenfachkräfte in Tageseinrichtungen für Kinder, Schulen, Kantinen, Krankenhäusern, Rehakliniken und Senioreneinrichtungen sowie für angelernte Mitarbeiter an. In den angebotenen Seminaren erwerben sie Kenntnisse zur optimalen Lebensmittelauswahl, zu Nährstoffen und zu lebensweltspezifischen Aspekten, wie z. B. Kommunikation mit dem Tischgast, Akzeptanzförderung in der Schulverpflegung und Bedeutung der Essbiographie in der Seniorenverpflegung. Die Seminarreihe startet am 7. März 2017 in Bonn mit dem Thema „Vollwertiger Genuss in der Kantine - Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung“.

Seminartermine 2017

Für Ihre Jahresplanung: 1.-3. März 2017 DGE-Kongress in Kiel

Zum Thema „Ernährungs- und Lebensmittelforschung – werden wir den gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht?“ findet im kommenden Jahr der 54. Wissenschaftliche Kongress an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt. Die Online-Anmeldung beginnt ab Mitte Januar.

www.dge.de/wk54/

Wohlstandszeiten – Wohlstandsleber: Seminar in Kiel

Die Leber spielt als größtes inneres Organ eine zentrale Rolle in unserem Stoffwechsel. Überfordern wir ihre lebenswichtige Funktion durch einen „ungesunden“ Lebensstil mit hyperkalorischer, unausgewogener Ernährung und Alkohol kann sie dauerhaft geschädigt werden. Besonders die Prävalenz einer nichtalkoholischen Fettleber ist in den letzten Jahren weiter gestiegen.

Das Seminar „Wohlstandszeiten – Wohlstandsleber, Das Leben im Überfluss und die Folgen für die Leber“ zeigt anhand aktueller Leitlinien Risiken und Therapieoptionen, die die Regeneration der Leber aktiv fördern, auf. Besonders erfahrene Ernährungsfachkräfte, die ihr Wissen im Fachgebiet der Inneren Medizin erweitern möchten, sind eingeladen, am 17. Februar 2017 teilzunehmen. Die Kosten betragen 145,00 €.

Programm und Anmeldung

Gluten: Gemeingefährlich oder ein Hype um nichts? Seminar in Kiel

Das Protein Gluten ist in erster Linie als Verursacher für Zöliakie, einer chronischen Krankheit des Dünndarms, bekannt. In letzter Zeit wird es aber auch mit anderen gesundheitlichen Folgen, wie Brain Fog oder psychischen Problemen, in den Medien diskutiert. Was ist dran an diesen Meldungen? Das Seminar „Gluten: Gemeingefährlich oder ein Hype um nichts? Wissenschaftliches und Wissenswertes für die Ernährungsberatung und -therapie“ erläutert die physiologische Wirkung von Gluten und informiert über mögliche pathologische Auswirkungen bei glutenfreier Ernährung. Gemeinsam mit den Teilnehmern werden aktuelle Veröffentlichungen auch hinsichtlich ihrer Empfehlungen und wissenschaftlichen Relevanz beleuchtet. Die Kosten für das Seminar am 22. Februar 2017 in Kiel betragen 145,00 €.

Programm und Anmeldung

Healthy Ageing – Tagung an der Hochschule Fulda

Vom 16.-17. März 2017 findet erstmals die Tagung „Healthy Ageing“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Fulda statt. Im Fokus stehen Forschungsergebnisse aus Wissenschaft und Industrie zu den Themen Ernährung, Bewegung und Lebenswelten der Zielgruppe 50+. Keynote-Speaker sind Prof. Dr. Tilman Grune vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Prof. Dr. Dr. Michael Leitzmann, Universität Regensburg sowie Dr. Stefanie Kremer, Wageningen University & Research.

Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Projekte zu präsentieren. Aktuell werden noch Referenten für Vorträge sowie Posterbeiträge gesucht. Anmeldeschluss zur Einreichung eines Abstracts ist der 19. Januar 2017. Die drei besten Posterbeiträge werden mit Preisen ausgezeichnet.

Frühbucherrabatt gilt bis zum 23. Dezember 2016.

www.healthy-ageing-2017.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Tel: +49 228 3776-600
Fax: +49 228 3776-800

DGE-Ernährungskreis

Weitere Informationen

Projekte der DGE im Rahmen von „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ gefördert durch das BMEL.

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