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27.10.2022

Betriebe und Einrichtungen in Baden-Württemberg erhalten DGE-Zertifizierung

Abschlussveranstaltung des Projekts „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung in Bio-Musterregionen“


Vortrag von Frau Dr. Virmani

Foto ©MLR BW / Jan Potent

Wie gut eine ausgewogene und nachhaltige Verpflegung in der Gemeinschaftsverpflegung funktionieren kann, zeigen Betriebe und Einrichtungen in Baden-Württemberg. Als Teilnehmende des Projekts "Bio in der Gemeinschaftsverpflegung in Bio-Musterregionen" haben sie ihr Verpflegungsangebot auf die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ausgerichtet und eine DGE-Zertifizierung erhalten.

Anlässlich der Abschlussveranstaltung am 26. Oktober 2022 in Stuttgart lobte Minister Peter Hauk, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, das Engagement der Beteiligten. Dr. Kiran Virmani, Geschäftsführerin der DGE, überreichte die Zertifikate und hob in ihrer Gratulation hervor: „Die DGE-Zertifizierung gibt Ihnen als Verpflegungsverantwortliche die Sicherheit, dass Sie alleine mit der Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Verpflegung sicherstellen. Sie gehen hier gleich mehrere Schritte weiter. Neben der Bio-Zertifizierung setzen Sie verstärkt saisonale Lebensmittel und regionale Lebensmittel ein und stärken gleichzeitig die Wertschöpfungskette in Ihrer Region. Auch achten Sie darauf, Lebensmittelreste soweit wie möglich zu vermeiden. All das trägt zu mehr Umwelt- und Klimaschutz bei.“

Dass die Gemeinschaftsverpflegung Tischgäste nicht nur mit einem gesunden Essen versorgen, sondern gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann, zeigt auch eine Untersuchung im Bereich der Schulküchen1 . Aus den Daten des Projektes „Klima- und energieeffiziente Küche in Schulen (KEEKS)“ geht hervor, dass das Einsparpotenzial für Treibhausgase bei ca. 40 % liegt. Davon werden drei Viertel der Treibhausgase durch die ausgewählten Lebensmittel und rund ein Viertel durch die Küchentechnik, die Speisezubereitung sowie Speisereste verursacht.

Besonders hohe Emissionen verursacht die Produktion tierischer Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte. Dagegen ist der Anteil pflanzlicher Lebensmittel an den Treibhausgasemissionen meist deutlich geringer. So könnte man – nur bezogen auf die CO2-Bilanz – rund 20 kg getrocknete Linsen anstatt 1 kg Rindfleisch oder 2 kg Käse essen.

Dieses vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg geförderte Projekt "Bio in der Gemeinschaftsverpflegung in Bio-Musterregionen" startete vor zwei Jahren. Ziele sind, die DGE-Qualitätsstandards einschließlich der DGE-Zertifizierung umzusetzen, den Einsatz regionaler Bio-Lebensmittel auf mindestens 30 % zu erhöhen sowie eine Bio-Zertifizierung durchzuführen. Über die gesteigerte Nachfrage nach mehr regionalen Bio-Lebensmitteln soll die Produktion in Baden-Württemberg angekurbelt werden. Die Ergebnisse des Projekts und Erfahrungen in der Umsetzung sollen auch anderen Kantinen und Mensen weitergegeben werden.


1Scharp M, Engelmann T, Muthny J: KEEKS-Leitfaden für die klimaschonende Schulküche, Friedberg und Berlin (2019)


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