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Presseinformation: Presse, DGE aktuell, 2008 06/2008 vom 01.07.2008
DGE aktuell

Eiskalte Versuchung

DGE gibt Tipps zum Eisverzehr


(dge) Sommer, Sonne, Sonnenschein – Was schmeckt da besser als ein leckeres kühles Eis! Jeder Deutsche gönnt sich durchschnittlich 8 Liter Eis im Jahr. Obwohl es immer mehr ausgefallene Eissorten wie Chili, Käse oder Cookies gibt, sind die Klassiker Vanille, Schokolade, Erdbeere nach wie vor ein Renner. Immer beliebter werden Sorbets und Fruchteis. In diesem Jahr liegen Obstsorten wie Melone, Mango, Johannisbeere und Aprikose hoch im Kurs.

Aufgrund der steigenden Anzahl ernährungsbewusster Verbraucher landen auch bei Eis vermehrt zucker- und fettreduzierte Produkte in den Tiefkühltruhen. Kalorienreduziertes Eis muss 30 % weniger Energie enthalten als ein vergleichbares Produkt. Fettarm ist ein Eis, wenn der Fettgehalt bei maximal 3 g/100 g Eis liegt. Wer sein Eis kalorienbewusst genießen möchte, muss aber nicht zwingend Light-Varianten kaufen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) meint: „In kleinen Mengen und bewusst als Dessert genossen, muss Eis nicht unbedingt eine Kalorienbombe sein“. Der Energiegehalt schwankt je nach Eissorte erheblich, da Speiseeis einen hohen Zucker- und meist auch Fettgehalt hat. Fruchteis ist generell kalorienärmer als Milcheis: Eine kleine Portion Vanille-Rahmeis mit Schokoladensoße und Sahne belastet das Kalorienkonto mit etwa 420 Kalorien, ein Fruchteisbecher mit Sahne und Krokant dagegen mit rund 260 Kalorien1.

Hintergrundinformation

Die erste handbetriebene Eismaschine wurde 1843 in USA entwickelt. In Deutschland erfand Carl von Linde 1881 die Eismaschine – die industrielle Herstellung von Speiseeis konnte sich allerdings erst nach dem zweiten Weltkrieg durchsetzen. Heute beträgt der deutsche Markt für industriell hergestelltes Markeneis ca. 538 Mio. Liter. Die Grundzutaten für Speiseeis sind nach wie vor Milch und Milcherzeugnisse wie Sahne und Butter, verschiedene Zuckerarten und ggf. Früchte. Einige Sorten werden mit Schokolade, Nüssen oder Gewürzen verfeinert. Je nach Sorte schwankt der Milch-, Fett- und Zuckergehalt von Fertigeis erheblich.

Durchschnittliche Energiegehalte verschiedener Eissorten und -zubereitungen pro Portion (= Kugel à 75 g)2,3,4,5,6

Eissorte Energiegehalt/Kugel
Diätspeiseeis 85 kcal
Zitronensorbet 90 kcal
Fruchteis 105 kcal
Buttermilch- oder Joghurteis mit Frucht 115 kcal
Milchspeiseeis (z. B. Erdbeere, Vanille) 150 kcal
Schwarzwälder Kirsch-Eis 160 kcal
Bourbon Vanille-Eis 165 kcal
Milchspeiseeis (Schokolade) 170 kcal

Tipps für den unbeschwerten Eisgenuss:

  • Eis nicht nebenbei naschen, sondern bewusst als Dessert einplanen. Sonst kommen schnell überflüssige Kalorien zusammen.
  • Im Eiscafé nur zwei anstelle von drei Kugeln bestellen. Auf Sahne, Krokant, Schokoladensauce, Nuss- oder Schokostückchen, Zuckerperlen etc. lieber verzichten – diese Extras liefern zusätzlich Kalorien.
  • Bei Fertigeis gibt die Verpackung oder die Aushängetafel Auskunft, um welche Eissorte es sich handelt bzw. wie hoch der Zucker-, Fett und Energiegehalt ist.
  • Eiscreme und Fruchteis sind kalorienärmer als Rahm- oder Cremeeis. Wassereis und Sorbets enthalten kaum oder kein Fett und sind damit natürlicherweise Light-Varianten.
  • Ein Sorbet lässt sich zu Hause ganz leicht selbst herstellen: Pürierte Früchte mit Joghurt oder Buttermilch vermischen und für einige Stunden im Gefrierfach kalt stellen, zwischendurch umrühren.
  • Fruchteis für Kinder selbstgemacht: Fruchtsaft pur oder verdünnt mit Wasser in speziellen Stieleis-Formen füllen und einfrieren.
  • Einmal geschmolzenes Eis nicht wieder einfrieren.
  • Finger weg von Eispackungen, auf denen sich Eiskristalle gebildet haben. Sie weisen auf zu warme Lagerung oder eine Unterbrechung der Kühlkette hin.
  • Eis zu Hause bei mindestens minus 18 °C im 3-Sterne-Fach des Kühlschranks oder in der Gefriertruhe aufbewahren. So hält es sich mehrere Monate bzw. bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum des Herstellers.
  • Auch Light- bzw. Diäteis aus dem Kühlregal bietet eine gute Möglichkeit, Kalorien einzusparen. Doch Vorsicht! Schnell wird mehr gegessen und der positive Effekt ist dahin.

1DGE-PC professional, Version 4.0
2Souci-Fachmann-Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen, 7. revidierte u. ergänzte Auflage, Stuttgart 2008;
3Nährwertdaten Speiseeis, DGEinfo 6/2004
4Nährwertdaten Eisprodukte, DGEinfo 8/2006
5Heseker, B.; Heseker H.: Nährstoffe in Lebensmitteln, 2. Auflage Frankfurt/Main, 1999
6Nestlé Deutschland AG (Hrsg.): Kalorien mundgerecht, 13. überarbeitete u. erweiterte Auflage, Frankfurt/Main, 2006


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