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Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

DGE-special
Aus dem Bereich: Presse

Jodsalz ist unverzichtbar und gesundheitlich unbedenklich
05.05.1999

DGE-special 04/99 vom 05.05.1999

Stellungnahme öffentlich geförderter Institutionen der Ernährungsaufklärung und des Arbeitskreises Jodmangel zu Argumenten gegen den Gebrauch von Jodsalz

"Die Argumente der Jodsalzgegner wie ´Jodsalz führe zu Jodallergie, -akne oder bestimmten Krebskrankheiten, gefährde bis zu 15 Prozent der Bevölkerung, die an bestimmten Schilddrüsenkrankheiten leiden und entspreche damit einer Zwangsmedikation´ sind wissenschaftlich nicht haltbar", urteilen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände e. V. (AgV), der Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten e. V. (aid) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dieser Meinung schließt sich der Arbeitskreis Jodmangel an. Wer sich gegen den konsequenten Einsatz von Jodsalz einsetzt, gefährdet die Gesundheit breiter Bevölkerungskreise. Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das in unseren Lebensmitteln natürlicherweise nicht ausreichend enthalten ist. Die in angereichertem Salz enthaltene Jodmenge gleicht diesen Mangel aus. Aus diesem Grund ist der konsequente Einsatz von Jodsalz im Haushalt, Gemeinschaftsverpflegung, Restaurants und Lebensmittelherstellung gut geeignet, den Jodmangel in verschiedensten Bevölkerungsgruppen zu beheben.



Jod ist Baustein der Schilddrüsenhormone, die viele Stoffwechselprozesse im Körper steuern wie Wachstum, Entwicklung des Gehirns sowie den Energiestoffwechsel. Die Schilddrüse wirkt dabei wie ein "Motor". Anzeichen für mangelnde Jodzufuhr können ständige Müdigkeit, Konzentrationsschwäche oder trockene Haut und spröde Haare sein. Darüber hinaus kann schon ein geringer Jodmangel zu zahlreichen Krankheitserscheinungen führen, wie einer vergrößerten Schilddrüse (Struma/ Kropf), die mit krankhaften Gewebsveränderungen einhergehen kann.

Weitere Folgen können Zyklusstörungen bei der Frau und Störungen der Fruchtbarkeit, höheres Risiko von Mißbildungen bei Ungeborenen, Fehl- oder Totgeburten sowie Entwicklungsstörungen bei Säuglingen und Kleinkindern sein. Der Jodbedarf von schwangeren und stillenden Frauen ist daher besonders hoch.

"Jodmangelbedingte Krankheiten sind vermeidbar, wenn ausschließlich Jodsalz verwendet wird", sagt Prof. Dr. Helmut Erbersdobler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). "Von dieser vorbeugenden Maßnahme profitieren über 99 Prozent der Bevölkerung."

Die DGE empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen, täglich 180-200 Mikrogramm Jod aufzunehmen. Da unsere Lebensmittel mit Ausnahme von Seefischen und Meeresfrüchten von Natur aus jodarm sind, nehmen wir durch unverarbeitete Lebensmittel nur rund 60 Mikrogramm Jod pro Tag auf. Wer Jodsalz im Haushalt verwendet, kann seine Aufnahme um etwa 20 Mikrogramm verbessern. Die Differenz zur Empfehlung von 100-120 Mikrogramm Jod pro Tag kann über die Ernährung nur gedeckt werden, wenn Lebensmittel bevorzugt werden, die mit Jodsalz hergestellt werden, sowie in Haushalt, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung Jodsalz verwendet wird.

Kann Jodsalz zu Schilddrüsenüberfunktion führen?

Eine Jodmangelprophylaxe mit 100 bis 200 Mikrogramm Jod pro Tag kann keine Schilddrüsenkrankheiten verursachen. Niemand mit einer gesunden Schilddrüse und kein Patient mit einer normal funktionierenden, vergrößerten Schilddrüse (euthyreote Struma/ Kropf) oder mit einer Unterfunktion geht ein Risko ein, wenn er Jodsalz verwendet. Dies gilt auch, wenn die Mengen 200 Mikrogramm übersteigen sollte.

Wenn sich die Schilddrüse krankhaft verändert hat und Gewebebereiche vorhanden sind, deren Funktion vom Körper nicht kontrolliert werden können (autonom funktionierendes Gewebe/ "heiße Knoten") oder eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse vorliegt (Morbus Basedow), kann es durch hohe Joddosen im Milligramm bis Grammbereich (z. B. durch Kontrastmittel) zu einer sogenannten jodinduzierten Schilddrüsenüberfunktion kommen. Diese Joddosen werden aber nicht durch Jodsalz erreicht. Daher wird durch Jodsalz auch bei bestehenden Schilddrüsenkrankheiten keine kritische Überfunktion ausgelöst.

Wenn eine unbehandelte Schilddüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vorliegt, kann es bei deutlich erhöhter Jodversorgung zu einer Grenzhyperthyreose kommen. Allerdings wird die Krankheit dann früher erkannt und kann eher behandelt werden. Die Gefahr einer manifesten Überfunktion wird so verringert.

Wer diese mögliche Folge verhindern will, kann mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel meiden, da Jodsalz in der Zutatenliste verpackter Lebensmittel ausgewiesen wird. Bei unverpackten Lebensmitteln wie Back- oder Fleischwaren gibt das Verkaufspersonal Auskunft.

Kann es zu Jodakne oder Jodallergie durch Jodsalz kommen?

Durch die Jodmengen in Jodsalz kann es nicht zu einer sogenannten Jodakne kommen, sondern nur durch sehr hohe Joddosen von über 1 Milligramm pro Tag.

Es gibt auch keine Allergie gegen Jod im Speisesalz, da diese Jodverbindungen bei Aufnahme mit der Nahrung keine Antikörperbildung hervorrufen. Großmolekulare Jodverbindungen, wie sie in Röntgenkontrastmitteln, aber nicht in Jodsalz vorkommen, können in Ausnahmefällen zu allergischen Reaktionen führen, wenn sie direkt in die Blutbahn verabreicht werden. Die Verwendung von Jodsalz ist aber auch für diese Personen ungefährlich.

Fazit:

Der konsequente Einsatz von Jodsalz im Haushalt, in Gemeinschaftsverpflegung und der Lebensmittelherstellung schützt vor den gesundheitlichen Folgen eines Jodmangels. Kampagnen gegen Jodsalz sind wissenschaftlich nicht haltbar und daher nicht vertretbar.

Tips zur optimalen Jodversorgung:

  • Essen Sie 1-2mal pro Woche Seefisch, z. B. Scholle, Schellfisch oder Seelachs.
  • Essen Sie regelmäßig Milch und Milchprodukte.
  • Wenn Sie Salz verwenden, dann Jodsalz.
  • Kaufen Sie Brot, Käse, Wurst und Fertigprodukte, die mit Jodsalz hergestellt wurden. Sie erkennen diese Produkte anhand der Zutatenliste oder am Jodsiegel.
  • Fragen Sie beim Bäcker, Metzger, im Handel sowie in Kantinen und in Restaurants nach Lebensmitteln und Speisen mit Jodsalz.
  • Vor allem Schwangere und Stillende sollten - unter ärztlicher Kontrolle - zusätzlich 150-200 Mikrogramm Jod pro Tag aufnehmen, z. B. in Tablettenform.



 
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