Ergebnisse der Telefonaktion der DGE-Sektionen
DGE-aktuell 07/2007 vom 10.07.2007
Zu viel Fett oder falsches Fett ist nicht gesundheitsförderlich.
Aber Fette sind auch unentbehrlich für den Körper. Sie dienen als
Energielieferant, sind Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E
und K. Fette schützen unseren Körper vor Kälte und dienen als
Stütze und Polster für unsere Organe. Die richtige Fettauswahl
kann sogar das Risiko für Krankheiten senken.
Die Telefonaktion „Was Sie schon immer über Fette wissen wollten“
fand in den Sektionen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.
V. (DGE) statt. Experten in 10 Sektionen standen Rede und Antwort
z. B. zur Auswahl der geeigneten Fette und Öle zum Braten und
erklärten warum eher Raps- als Olivenöl empfohlen wird.
Nachstehend stellen wir die häufigsten Fragen und Antworten vor.
Was ist der Unterschied zwischen einem raffinierten und einem
nativem bzw. kalt gepresstem Öl?
Viele pflanzliche Öle werden nach dem Pressen der Ölsaaten
raffiniert, da die Rohöle noch verschiedene
Begleitstoffe (Pigmente, Geruchs-, Geschmacks- und Bitterstoffe)
enthalten, die meist aus Gründen der Haltbarkeit, des Aussehens,
des Geschmackes und der technischen Weiterverarbeitung
unerwünscht sind. Einfache Speiseöle, die unter der Bezeichnung
Tafelöl, Speiseöl, Pflanzenöl oder Salatöl angeboten werden, sind
meistens Mischungen unterschiedlicher pflanzlicher Öle. Es
handelt sich hierbei um geschmacksneutrale, raffinierte Öle, die
sowohl in der heißen als auch kalten Küche eingesetzt werden
können. Raffinierte Öle haben gegenüber nicht raffinierten eine
längere Haltbarkeit und einen geringeren Schadstoffgehalt. Der
Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ändert sich durch die
Raffination kaum.
Kaltgepresste, native Öle werden nur gepresst
und im Geschmack sehr charakteristisch durch ihre jeweilige
Pflanzenart geprägt. Native Raps- und Walnussöle zeichnen sich
beispielsweise durch ihr nussiges Aroma aus. Natives Olivenöl mit
der Bezeichnung „extra“ wird direkt aus Oliven erster Güteklasse
ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen. Kaltgepresste
Öle eignen sich vor allem für die Zubereitung von Salaten,
Vorspeisen und Desserts. Werden die Öle erhitzt, gehen ihre
wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Da die enthaltenen Fettsäuren
empfindlich sind und leicht oxidieren, ist ihre Haltbarkeit
begrenzt.
Welche Fette und Öle sind zum Braten und Frittieren
geeignet?
Beim Braten soll das heiße Fett ein rasches Schließen der Poren
und eine Bräunung der Oberfläche bewirken. Hier bieten sich
besonders hitzestabile, raffinierte Pflanzenöle an, deren
Rauchpunkt über 160 °C liegt, z. B. Raps-, Oliven-, Soja-,
Sonnenblumen-, Erdnuss- oder Maiskeimöl. Neben der
Hitzestabilität legt die DGE auch Wert auf die Zusammensetzung
der Fettsäuren. Aufgrund des Fettsäurenmusters empfiehlt sie
Rapsöl zum Braten, aber auch für die generelle Verwendung in der
Küche. Es zeichnet sich besonders durch das günstige Verhältnis
von n-6 (Linolsäure) zu n-3 Fettsäuren (α-Linolensäure) aus.
Somit trägt Rapsöl zu einer vermehrten Aufnahme von n-3
Fettsäuren bei.
Da zum Frittieren höhere Temperaturen benötigt werden (optimal
sind 160-170 °C), kommen in der Fritteuse spezielle Frittierfette
zum Einsatz. Ideal sind hitzestabile, geschmacksneutrale Öle, z.
B. Erdnussöl oder raffiniertes Rapsöl.
Was sind trans-Fettsäuren und wie wirken sie?
Trans-Fettsäuren entstehen während der industriellen Verarbeitung
– bei der teilweisen Härtung – von Fetten und Ölen, die reich an
ungesättigten Fettsäuren sind. Lebensmittel, die gehärtete Fette
enthalten – z. B. Blätterteig, frittierte Speisen, Kartoffelchips
oder andere Snackartikel – enthalten oft trans-Fettsäuren. In
geringen Mengen kommen diese Fettsäuren auch natürlicherweise in
Butter oder Milch vor.
Trans-Fettsäuren erhöhen LDL-Cholesterol und senken
HDL-Cholesterol im Blut. Da sie den Bedarf an ungesättigten
Fettsäuren erhöhen, sollten trans-Fettsäuren weniger als 1 % der
Energie liefern. Lebensmittel, die reich an diesen Fettsäuren
sind, sollten daher nur selten verzehrt werden.
Welche Lebensmittel sind reich an omega-3 Fettsäuren, wie viel brauchen wir?
Die mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren, auch n-3
Fettsäuren (z. B. α-Linolensäure) genannt, senken den
Triglyceridspiegel, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes
und beugen so Ablagerungen in den Blutgefäßen vor. Sie
beeinflussen zudem das Immunsystem und hemmen
Entzündungsreaktionen im Körper. Gute Quellen für n-3 Fettsäuren
sind Raps-, Walnuss-, Soja- und Leinöl. Längerkettige n-3
Fettsäuren (Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure) kommen
hauptsächlich in fettreichen Fischen wie Hering, Makrele und
Lachs vor.
Der D-A-CH-Referenzwert für α-Linolensäure liegt bei 0,5 % der
gesamten Energiezufuhr. Erwachsene können dies mit ca. 10-17,5 g
Rapsöl (1-1,5 Esslöffel) erreichen. Eine Portion Fettfisch (70 g)
sollte einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen.
Butter oder Margarine?
Butter ist leicht verdaulich und schmeckt vielen Personen besser.
Allerdings ist sie auch reich an gesättigten Fettsäuren.
Margarine wird aus pflanzlichen Ölen hergestellt und enthält weit
mehr ungesättigte Fettsäuren als Butter. Somit erweist sich ihr
Fettsäurenmuster als günstiger. Welches Fett als Streichfett
verwendet wird, bleibt letztendlich dem Verbraucher überlassen.
Allerdings sollten Personen mit erhöhten Blutfettwerten besser
Margarine mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten
Fettsäuren bevorzugen.
Entscheidend ist neben der Art des Fettes die Menge. Mehr als
15-30 g Streichfett sollten es pro Tag nicht sein. Egal ob
Margarine oder Butter – immer dünn aufs Brot streichen.