DGE aktuell 20/99 vom 26.10.1999
"Fit mit wenig Fett" – eine Gemeinschaftsaktion von DGE und BARMER
Zuviel Energie durch Fett macht auf Dauer dick! Bei geringem
Übergewicht (BMI = 25 – 30), ist Abnehmen nicht unbedingt nötig, wenn man sich wohl
fühlt, zufrieden ist und der Arzt Ihnen Gesundheit bestätigt. Für den einen oder
anderen kann eine "vollschlanke" Figur optisch sogar von Vorteil sein.
Allerdings: Bei entsprechender erblicher Veranlagung erhöht Übergewicht das Risiko für
die Entwicklung von Fettstoffwechselstörungen (z. B. Hypercholesterinämie,
Hypertriglyzeridämie), Altersdiabetes (Zuckerkrankheit) oder Bluthochdruck.
Herz-Kreislaufbeschwerden bis hin zu Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall sind
mögliche Folgen. Zuviel Fett und Übergewicht können sogar das Risiko für die
Entstehung von Krebs fördern.
Fett ist ein konzentrierter Energiespender. Wer mit fettreichen
Lebensmitteln ständig mehr Energie zuführt als er (ver-)braucht, der nimmt zu. Denn:
überschüssige Fettenergie lagert der Körper schnell in seinen Fettdepots (z. B. Bauch ,
Hüften, Oberschenkel und auch Leber) für "magere Zeiten" ein, während bei
kohlenhydratreicher Kost die "Verbrennung" steigt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. und die BARMER
rufen bundesweit auf: Machen Sie mit und werden Sie "Fit mit wenig Fett". Dazu
meint Dr. Helmut Oberrritter, Wissenschaftlicher Leiter der DGE: "Fettarm essen
heißt nicht verzichten, "diäten" oder hungern. Im Gegenteil: Abwechslung,
guter Geschmack, Genuß und Freude am Essen kommen nicht zu kurz. Und satt essen kann man
sich auch. Auf die richtige Auswahl, Kombination und Zubereitung der Lebensmittel kommt es
an. Wer reichlich Gemüse und Obst, einen Teil davon roh, Kartoffeln und
Getreideerzeugnisse ißt und mit geringen Mengen fettarmen, tierischen Lebensmitteln
kombiniert, ist auf dem richtigen Weg".
Starten Sie jetzt Ihr "Fit mit wenig Fett" – Programm
und führen Sie eine Woche lang Buch. Ein vorgefertigtes Formular für ein
Ernährungsprotokoll erhalten Sie bei jeder BARMER-Geschäftsstelle oder aus dem Internet
unter www.dge.de. sowie www.barmer.de. Mitmachen kann jeder gesunde Erwachsene (außer
Schwangere und Stillende). Für einen Unkostenbeitrag von nur DM 30,00 bekommen Sie eine
individuelle Bewertung Ihrer Protokolle mit Tipps und Verbesserungsvorschlägen für Ihre
Ernährung und ein Broschürenpaket.
10 Fett-Spar-Tipps der DGE:
- Essen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst, einen Teil davon
roh, sowie Kartoffeln und Getreideerzeugnisse. Sie enthalten wenig oder gar kein Fett
(Ausnahmen: Nüsse).
- Bereiten Sie Speisen überwiegend aus frischen Lebensmitteln zu. Fertiggerichte,
Fertigsuppen oder Fertigsoßen können viel Fett enthalten. Lesen Sie die Zutatenliste und
wählen Sie fettarme Varianten aus.
- Bevorzugen Sie fettarmes Fleisch und Geflügel, fettarme Wurst, Milch und
Milcherzeugnisse. Fragen Sie an der Fleisch-, Wurst- und Käsetheke danach und beachten
Sie bei verpackten Lebensmitteln die Fettangabe.
- Nehmen Sie für belegte Brote zum "Kleben" öfters etwas Frischkäse, Senf,
Quark oder saure Sahne. Damit sparen Sie Streichfett.
- Entfernen Sie bei Fisch, Fleisch und Geflügel die fettreiche Haut oder Kruste und beim
Schinkenaufschnitt den Fettrand.
- Belegen Sie Ihr Brot häufiger vegetarisch, z. B. mit Tomaten-, Gurken-, Rettich- oder
Radieschenscheiben.
- Geizen Sie grundsätzlich bei der Speisenzubereitung mit Fett. In speziellen
Edelstahltöpfen, beschichteten Pfannen, Grillpfannen, im Tontopf, in der Folie oder im
Mikrowellenherd kommen Sie ohne oder mit nur wenig Fett zum Garen aus.
- Bereiten Sie Salatsoßen mit wenig Öl zu, und verwenden Sie statt Mayonnaise saure
Sahne, Joghurt, Quark, Dickmilch oder Milch.
- Ersetzen Sie bei Rahmsoßen oder Aufläufen die Sahne zur Hälfte durch Milch.
Schmackhafte Soßen lassen sich auch aus püriertem Gemüse (z. B. Tomaten, Karotten oder
Brokkoli) zubereiten.
- Bevorzugen Sie Salz-, Pell- oder Folienkartoffeln statt Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer,
Rösti, Pommes frites oder Kroketten.
Notiz:
Diese Broschüre ist von der DGE nicht mehr erhältlich.
Alle DGE-Medien erhalten Sie ab sofort beim
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