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Dreidimensionale Lebens-
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Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

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Aus dem Bereich: Ernährung

Fettsäurenmuster von Süß- und Salzwasserfischen
29.06.2006

DGEinfo 06/2006 – Beratungspraxis

Frage: Gilt die DGE-Empfehlung zum Fischverzehr auch für Süßwasserfische?

Antwort: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. empfiehlt einen regelmäßigen Verzehr von 1–2 Portionen Fisch pro Woche in Regel Nr. 4 ihrer „10 Regeln“.

Diese Empfehlung zielt darauf ab, die Zufuhr an n-3 Fettsäuren und Jod sicherzustellen. Aufgrund seines Nährstoffprofils ist außer Seefisch auch Süßwasserfisch als Lieferant von langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren geeignet.Im Unterschied zu Seefischen weisen Süßwasserfische jedoch einen geringeren Jodgehalt auf.



Zu den Seefischen zählen z. B. Dornhai, Flunder, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Makrele, Rotbarsch, Schellfisch, Scholle, Seelachs, Sprotte, Steinbutt und Thunfisch.

Die wichtigsten Süßwasserfische sind Aal, Flussbarsch, Forelle, Hecht, Karpfen, Schleie,Wels und Zander.

Warenkunde

Entsprechend des Fettgehaltes unterscheidet man: magere Fische mit einem Fettgehalt von weniger als 1%; mittelfette Fische mit einem Fettgehalt zwischen 1 und 10% und fette Fische mit einem Fettgehalt deutlich über 10%. Zu den Magerfischen zählen Flunder, Flussbarsch, Hecht, Kabeljau, Schellfisch, Seelachs, Zander. Mittelfett sind Forelle, Karpfen und Rotbarsch und zu den Fettfischen gehören Aal, Hering, Thunfisch sowie Makrele. Je nach Reifezyklus unterliegt der Fettgehalt besonders der fetten Fische jahreszeitlichen Schwankungen.Während Makrelen im Frühjahr ca. 3 % Fettanteil aufweisen, kann dieser im Winter ca. 35 % betragen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. empfiehlt einen regelmäßigen Verzehr von einer Portion (70 g) fettreichem und einer Portion (80– 150 g) fettarmem Seefisch pro Woche.

Nährstoffprofil

Fette Seefische und Süßwasserfische liefern neben langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren Protein, Vitamin A, Vitamin D, B-Vitamine, Selen und insbesondere das Spurenelement Jod.

Jod

Als Bestandteil der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Tyroxin (T4) kommt dem Spurenelement Jod eine essenzielle Bedeutung im Stoffwechsel zu. Die DGE empfiehlt für weibliche und männliche Jugendliche und Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 200 µg. Für Schwangere beträgt der Referenzwert 230 µg pro Tag und für Stillende 260 µg.

Fisch ist der wesentliche natürliche Jodlieferant. Im Gegensatz zu Seefisch weisen Süßwasserfische einen deutlich geringeren Wert auf.

Selen

Selen erfüllt essenzielle Funktionen im Organismus als Bestandteil verschiedener Enzymsysteme wie z. B. der Glutathionperoxidasen und als Bestandteil von Proteinen der Reproduktionsorgane.

Die DGE gibt für weibliche und männliche Jugendliche und Erwachsene einen Richtwert von 30–70 µg für die tägliche Zufuhr an. Sowohl bei Süßwasserfischen als auch bei Salzwasserfischen gibt es selenreichere und -ärmere Arten. Nährwertdatenbanken geben Gehalte zwischen 30 und 70 µg/100 g an.

Fettsäurenmuster

Fettfische zeichnen sich durch einen geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren aus bei gleichzeitig hohem Anteil der essenziellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, besonders der n-3 Fettsäuren. Aus der Gruppe der n-3 Fettsäuren sind die längerkettigen n-3 Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) besonders reichlich (Tab. 1) Diese wichtigen Fettsäuren kommen in keinem anderen Lebensmittel in diesen Mengen vor. Die tägliche Gesamtfettzufuhr sollte bei Menschen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit 30 % der Nahrungsenergie nicht überschreiten. Für das Fettsäurenmuster gilt: Gesättigte Fettsäuren – maximal 10 % der Gesamtenergie, das entspricht einem Drittel der aus Fett stammenden Energie. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren – etwa 7 % der Nahrungsenergie, dabei sollte das Verhältnis von Linolsäure (n-6 Fettsäure) zu α-Linolensäure (n-3 Fettsäure) 5:1 betragen. Anmerkung: Liegt die Zufuhr an gesättigten Fettsäuren über 10 % der Gesamtenergie, kann der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bis zu 10 % betragen, um einen Anstieg des Cholesterolspiegels im Blut entgegenzuwirken. Einfach ungesättigte Fettsäuren decken den Rest der Fettzufuhr ab, ihr Anteil sollte mehr als 10 % der Gesamtenergie betragen. Trans-Fettsäuren sollten weniger als 1 % der Nahrungsenergie betragen.

n-3 und n-6 Fettsäuren

In Tabelle 2 sind n-3 und n-6 Fettsäuren aufgeführt. Zu den n-3 Fettsäuren zählen α-Linolensäure, Docosahexaensäure und Eicosapentaensäure. Zu den n-6 Fettsäuren gehören die Linolsäure, γ-Linolensäure und Arachidonsäure (AA). Die Differenzierung der ungesättigten Fettsäuren erfolgt anhand der Position und der Anzahl der Doppelbindungen.

  • n-3: Vom Methylende gezählt liegt die erste Doppelbindung am dritten C-Atom, daher die Bezeichnung n-3.
  • n-6: Vom Methylende gezählt liegt die erste Doppelbindung am sechsten C-Atom, daher die Bezeichnung n-6.

n-6 und n-3 Fettsäuren sind essenzielle Nährstoffe, die u. a. als wichtige Bausteine in Zellmembranen dienen, die Membranfluidität steigern und aus denen Gewebshormone (Eicosanoide) gebildet werden.

Die besondere Bedeutung der n-3 Fettsäuren leitet sich ab aus der Bildung von speziellen Gewebshormonen wie bestimmten Prostaglandinen, Thromboxanen, Leukotrienen und Prostazyklinen. Es ist allgemein anerkannt, dass n-3 Fettsäuren antithrombotisch, triglyceridsenkend, antiatherogen, antihypertensiv, antiarrhythmisch, antientzündlich, immunmodulatorisch und antikatabol wirken.

Die n-3 Fettsäuren werden als die präventiv wirksamste Fettsäurengruppe in Bezug auf das Risiko für koronare Herzkrankheiten (KHK) angesehen. Zahlreiche Studien, sowohl zur primären als auch zur sekundären Prävention, stützen die Hypothese, dass der Verzehr langkettiger n-3 Fettsäuren, wie sie in Fisch enthalten sind, die Gesamtsterblichkeit und das Auftreten des tödlichen Herzinfarkts reduziert. Zahlreiche Studien belegen mit überzeugender Evidenz die Wirksamkeit der langkettigen n-3 Fettsäuren.

Werden diese in Form von Seefisch zugeführt, sind sie sowohl in der primären (v. a. bei hohem KHK-Risko) als auch in der sekundären Prävention der tödlichen KHK und der Senkung der Gesamtmortalität wirksam.

Mögliche Vorbehalte gegen den Fischverzehr betreffen die Belastung mit Quecksilber. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist die Quecksilber- und Methylquecksilberbelastung der europäischen Bevölkerung durch Fisch nach wie vor hoch. Eine vorsorgliche Einschränkung beim Verzehr von Seefisch wird jedoch nur für schwangere und stillende Frauen empfohlen. Ansonsten gilt, dass zwischen dem Wunsch nach bestmöglichem Schutz vor einer möglichen Quecksilberbelastung und den ernährungsphysiologischen Vorteilen, die der Verzehr von Fischen bietet, sorgfältig abgewogen werden muss. So ist der Verzehr von Fischen und Fischprodukten nach wie vor als gesundheitsförderlich anzusehen, und es gilt weiterhin die Empfehlung, 1–2 Portionen Fisch bzw. Fischprodukte pro Woche zu verzehren.

Fazit

Süß- und Salzwasserfische sind aufgrund ihrer günstigen Nährstoffzusammensetzung ernährungsphysiologisch hochwertige Lebensmittel. Als Lieferanten für n-3 Fettsäuren eignen sich sowohl Süßwasserfische als auch Seefische, wobei fette Seefische mehr n-3 Fettsäuren enthalten als Süßwasserfische und Süßwasserfische mehr n-6 Fettsäuren als Seefische. Die Zufuhr an Jod ist aus Süßwasserfisch jedoch deutlich geringer.

Tab.1

pdf-Dokumtent Fettsäuremuster von Salz- und Süßwasserfischen

Tab. 2: n-3 und n-6 Fettsäuren
Fettsäuren chemische Formel Strukturformel
n-3
α-Linolensäure C18:3 n-3 Strukturformel der Alpha-Linolensäure
EPA C20:5 n-3 Strukturformel der  Eicosapentaensäure
DHA C22:6 n-3 Strukturformel der Docosahexaensäure
n-6
Linolsäure C18:2 n-6 Strukturformel der Linolsäure
γ-Linolensäure C18:3 n-6 Strukturformel der γ-Linolensäure
Arachidonsäure (AA) C20:4 n-6 Strukturformel der Arachidonsäure



 
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