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Dreidimensionale Lebens-
mittelpyramide
Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

DGE-aktuell
Aus dem Bereich: Presse

Zu wenig Flüssigkeit - ein häufig unterschätztes Problem bei älteren Menschen
28.06.2005

DGE-aktuell 08/2005

Ausreichendes Trinken: kleine Tat mit großer Wirkung

(dge) Was tue ich, wenn ich durstig bin? Einfache Frage, leichte Antwort: Ich trinke etwas. Was aber, wenn der Körper Wasser braucht und ich es nicht merke? Dies ist bei vielen älteren Menschen der Fall - unabhängig davon, ob sie zu Hause oder in einer Einrichtung der Altenpflege leben.



Mundtrockenheit, trockene Schleimhäute oder schlaffe Haut sind Anzeichen einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr. Weitere Symptome wie Verstopfung, die veränderte Wirkung eines Medikaments, Verwirrtheit, Schwäche und Schwindel oder erhöhte Anfälligkeit für Infektionen werden nur selten mit Flüssigkeitsmangel in Verbindung gebracht, können aber Folgen von Austrocknung sein. Lebensbedrohend wird es bei Bewusstlosigkeit, Kreislauf- oder Nierenversagen. Oftmals ist eine Einweisung ins Krankenhaus erforderlich. Doch soweit muss es nicht kommen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt gesunden älteren Menschen eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von 2,25 Litern. 1,5 Liter sollten über Getränke und die restliche Menge über das Essen (Gemüse, Salate, Obst, Milchprodukte u.s.w.) aufgenommen werden. "Im Alter ist es besonders wichtig, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Bei Personen, die pflegebedürftig sind oder in Heimen wohnen, müssen entsprechende Angebote für die zu betreuenden Personen geschaffen und das Personal geschult werden", betont Prof. Dr. Helmut Heseker, Vizepräsident der DGE. Für Senioreneinrichtungen und ambulante Pflegedienste hat die DGE Eckpunkte zur praktischen Umsetzung erstellt, um die Situation vor Ort zu verbessern.

Hintergrundinformation: Mangelnde Gewohnheit, Angst vor nächtlichen Toilettengängen, Inkontinenz oder Prostataleiden (bei Männern) können wichtige Trinkhemmnisse sein. Für allein Lebende kann das Transportieren schwerer Getränke - ob vom Supermarkt nach Hause oder vom Keller in die erste Etage - zum Hindernis werden. Pflegebedürftige sind manchmal nicht mehr in der Lage, ihr Getränk zu erreichen, selbst wenn es direkt neben ihnen steht. Erschwerend kommt im Alter hinzu, dass häufig das Durstgefühl abnimmt. Verliert die Niere ihre Fähigkeit, den Harn zu konzentrieren und wird somit mehr Wasser ausgeschieden, muss auch mehr getrunken werden. Gleiches gilt bei einer erhöhten Protein- und Elektrolytzufuhr, bei starkem Schwitzen (z. B. im Sommer, bei Fieber, in überheizten Räumen, bei körperlicher Anstrengung) aber auch bei Durchfall, Erbrechen und Einnahme von Abführ- oder Entwässerungsmitteln. Dies alles macht ältere Menschen besonders anfällig für eine Dehydration (= Austrocknung).

Leben Senioren mit ihrer Familie gemeinsam unter einen Dach, können Kinder und Enkelkinder mithelfen, das richtige Trinkverhalten zu trainieren. Schwieriger ist es in Heimen und in der Altenpflege. Den Mitarbeitern kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Es ist deshalb sinnvoll, dass Mitarbeiter bzw. Trägerinstitutionen von Senioreneinrichtungen und ambulanten Pflegediensten ein Getränkekonzept etablieren. Wichtige Eckpunkte des Konzepts sollten sein:

Altersgerechte Getränke anbieten: Besonders geeignet sind Trinkwasser, Mineralwasser, stilles Wasser, verdünnte Obstsäfte (Schorlen) sowie Früchte- und Kräutertees. Zwischen verschiedenen Kalt- und Heißgetränken sollte abgewechselt werden und die Vorlieben und Gewohnheiten der Bewohner Berücksichtigung finden. Falls gewünscht, können zusätzlich in Maßen Kaffee, schwarzer Tee und ggf. am Abend Bier und Wein(schorlen) gereicht werden. Auch Suppen, Milch- und Buttermilchgetränke sowie Obst-, Gemüse- und Multivitaminsäfte leisten einen Beitrag zur Flüssigkeitsversorgung. Die Getränke sollten dabei über den Tag verteilt angeboten und getrunken werden. Wichtig ist, dass sie auch für jeden jederzeit erreichbar sind. Das Getränkeangebot muss der Stoffwechselsituation und dem Gesundheitszustand angepasst sein.

Strukturelle Maßnahmen in der Einrichtung treffen: Neben der Frage, welche Getränke in Altenheimen angeboten werden, ist auch das WIE entscheidend. Ein Trinkplan, der für alle Heimbewohner zugänglich ist, erinnert an das regelmäßige Trinken zu bestimmten Zeiten. Bei Personen mit unbefriedigendem Trinkverhalten können Trinkprotokolle geführt werden. Eine Schulung der Mitarbeiter und eine individuelle Beratung der Senioren verbessern die Akzeptanz und die Umsetzung.

Tipps für die praktische Umsetzung:

  • Die Einrichtung von Selbstbedienungsmöglichkeiten für Getränke (z. B. Getränkeoase) ist hilfreich.
  • Leere Gläser und Becher sollten immer wieder aufgefüllt werden.
  • Je weniger jemand isst, desto mehr sollte getrunken werden. Denn: Bei geringer Nahrungsaufnahme, kleinen Mahlzeiten oder seltener Mahlzeitenaufnahme fehlt das in der Nahrung enthaltene Wasser.
  • Hilfs- und pflegebedürftige Senioren benötigen adäquate Hilfeleistung und Unterstützung beim Trinken. Spezielle Trinkgefäße empfehlen sich bei Bettlägerigen und das Anreichern der Getränke bei Geschwächten bzw. bei verminderter Energie- und Nährstoffaufnahme.
  • Auf die Flüssigkeitsversorgung von (vermeintlich) selbständigen Bewohnern achten.
  • Demenzkranke greifen häufiger zum Becher, wenn sich hierin eine gefärbte oder farbige Flüssigkeit befindet.
Beispiel für einen Tages-Trinkplan für Senioren
Frühstück 2 Tassen Milchkaffee, Tee oder Kakao 250 ml
Zwischenmahlzeit 1 Glas Fruchtsaftschorle oder Buttermilch 200 ml
Mittagessen 1 Glas Mineralwasser 200 ml
1 Teller Suppe 150 ml
Zwischenmahlzeit 1 große Tasse Tee oder Milchkaffee 200 ml
Abendessen 2 Tassen Kräutertee 300 ml
später Abend 1 Saftschorle, Mineralwasser oder
ggf. 1 Glas Bier bzw. Wein(schorle)
200 ml
Gesamtmenge   1500 ml

Eine Begrenzung der Flüssigkeitsmenge, ggf. sogar eine Bilanzierung kann bei Patienten mit (starker) Herzinsuffizienz bzw. Störungen der Flüssigkeitsausscheidung (z. B. bestimmte Nierenschädigungen) erforderlich sein. Hier ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unerlässlich.




 
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