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Projekte der DGE im Rahmen von „IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ gefördert durch das BMELV.


Dreidimensionale Lebens-
mittelpyramide
Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

DGE-Info
Aus dem Bereich: Ernährung

Fragen und Antworten zur „Seniorenernährung“
01.01.2004

DGEInfo 01/2005 – Beratungspraxis

Ergebnisse der Telefonaktion der DGE-Sektionen am 09.11.2004

Zehn Experten in acht Sektionen beantworteten Fragen von Senioren, Verwandten und Pflegekräften im Rahmen der Telefon-Hotline am 9. November 2004. Neben fachlich fundierten Inhalten waren Tipps und Ratschläge für den Alltag gefragt. Nachstehend stellen wir die häufigsten Fragen und ihre Antworten vor. Weitere Themen waren die Ernährung bei erhöhten Blutfettwerten, Tipps zum richtigen Abnehmen, Möglichkeiten der Ernährung bei Untergewicht und die vegetarische Ernährung.



Wie schaffe ich es ausreichend zu trinken?

Mit dem Alter nimmt der Wassergehalt des Körpers ab. Von ehemals 70 % beim Säugling beträgt er dann im hohen Alter nur noch ca. 45.50 %. Damit einher geht ein verringertes Durstempfinden. Daher müssen besonders Senioren für eine ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitszufuhr sorgen und ihr Trinkverhalten kontrollieren. Sinnvoll ist es, schon morgens die Trinkration für den Tag an häufig aufgesuchten Stellen der Wohnung zurechtzustellen und regelmäßig zu den Mahlzeiten zu trinken. Zur Kontrolle des Trinkverhaltens hilft es, einen Trinkplan (s. Tab.1) für den Tag zu erstellen oder abends die getrunkene Flüssigkeitsmenge zusammen zuzählen.

Auch kann das Abwechseln zwischen Getränken wie Kräuter- und Früchtetee,Mineralwasser mit wenig oder ohne Kohlensaure, Gemüsesäfte und verdünnte Fruchtsäfte, Kaffee und schwarzen Tee das Trinkverhalten positiv unterstützen.

Tab. 1: Trinkplan
Tageszeit Getränke Menge in L
nach dem Aufstehen 1 Glas Mineralwasser 0,2
Frühstück 2 Tassen Kaffee oder scharzen Tee 0,3
vormittags 2 Gläser verdünnter Apfelsaft 0,4
Mittagessen 1 Glas Mineralwasser 0,2
Nachmittags 2 Tassen Früchte- oder Kräutertee 0,3
Abendessen 1 Glas Mineralwasser 0,2
Insgesamt   1,6

Was tun bei Verstopfung?

Von einer Verstopfung/Obstipation wird gesprochen, wenn die Darmentleerung seltener als alle 2 bis 3 Tage erfolgt. Ursachen sind insbesondere eine geringe Ballaststoffzufuhr mit der Nahrung und eine verminderte Flüssigkeitszufuhr. Auch bewusstes Unterdrücken des Stuhlganges, Stress, Hektik oder Medikamente können die normale Darmfunktion behindern. Obstipation findet sich auch als Begleitsymptom bei einigen neurologischen und psychiatrischen Grunderkrankungen wie z. B. M. Parkinson, Schlaganfall, Demenz, Depression. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Haferflocken, Naturreis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst regen die Darmtätigkeit an. Als Richtwert fur die Zufuhr von Ballaststoffen gilt eine Menge von mind. 30 g am Tag. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit sollten aufgenommen werden, wobei kalorienfreie Getränke, wie Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees und Saftschorlen zu bevorzugen sind. Wird zu wenig Flüssigkeit aufgenommen, können Ballaststoffe nicht aufquellen und dadurch nicht ihre verdauungsfordernde Wirkung ausüben. Milchsäurehaltige Lebensmittel wie Joghurt, Buttermilch und Kefir helfen, die Darmtätigkeit anzuregen. Obstipierende Lebensmittel wie Schokolade, Kakao, hartgekochte Eier und Weißbrot sollten möglichst gemieden werden. Unterstützend wirken Bewegung wie tägliche Spaziergänge, Gymnastik und Ruhe beim Essen.

Weitere Informationen sind in der Broschüre „Essen und Trinken bei chronischer Verstopfung“, Artikelnr. 123004 zu finden (Bestellmöglichkeiten s. u.).

Muss ich bestimmte Lebensmittel bei Gicht meiden?

Bei bestehender Gicht/erhöhten Harnsäurewerten gilt es, eine ausreichende bis erhöhte Flüssigkeitszufuhr sicher zu stellen und neben der vollwertigen Ernährung auf die gemäßigte Purinzufuhr bzw. den Harnsäuregehalt der Lebensmittel zu achten.

Die purinarme Diät erlaubt die Zufuhr von 500 mg Harnsäure pro Tag bis maximal 3000 mg Harnsäure wöchentlich. Purinreiche Lebensmittel wie Innereien, Sprotten, Ölsardinen, Sardellen, Fleischbrühe, Hülsenfrüchte, die Haut von Geflügel und Fisch sowie Schweineschwarte sind möglichst zu meiden, dafür sollten purinarme Lebensmittel bevorzugt werden, z. B. Kartoffeln, Reis, Gemüse, Obst, Milchprodukte. Bei den tierischen Eiweißquellen ist fettarmer Milch und fettarmen Milchprodukten gegenüber Fleisch und Wurst der Vorrang zu geben.

Nicht allein der Harnsäuregehalt eines Lebensmittels ist ausschlaggebend, sondern vor allem die davon verzehrte Menge. So kann auch eine fleischlose Mahlzeit bei unbedachter Auswahl von Gemüse (z. B. Hülsenfrüchte) ebenso viel Purine enthalten.

Der Konsum von Alkohol sollte stark eingeschränkt werden, da Alkohol die Harnsäureproduktion erhöht und gleichzeitig die Harnsäureausscheidung uber die Nieren senkt.

Verbraucherfreundliche Informationen zur Gicht enthält die Broschüre „Essen und Trinken fur Gichtkranke“, Artikelnr. 123005.

Was kann ich bei Geschmacksstörungen tun?

Im Alter kann es zu veränderten Geschmackswahrnehmungen kommen, da die Zahl der Geschmacksknospen im Mund zurückgeht. Allerdings gilt dies nicht fur alle Geschmacksqualitäten gleichermaßen. Haufig werden „süß“ und „salzig“ weniger stark geschmeckt, es kommt zu einer Dominanz von „sauer“ und „bitter“, was den Appetit erheblich beeinträchtigen kann. Starker gewürzte Gerichte intensivieren den Geschmack. Positiv auf das Geschmacksempfinden kann abwechslungsreiches Kochen und die Zubereitung neuartiger Speisen wirken. Farbenfrohes Gemüse, frische oder getrocknete Kräuter und viele verschiedene Gewürze sorgen dafür, dass das Essen vielseitig und aromatisch schmeckt.

Meine Mutter ist 97 Jahre und hat nicht mehr soviel Appetit. Welche Gründe hat dies und was kann ich tun?

Lässt der Appetit nach, wird es zunehmend wichtiger, auf die ernährungsphysiologische Qualität der Lebensmittel und altersgerechte Darreichungsformen zu achten. Appetitlosigkeit kann körperliche und seelische Ursachen haben und kann z. B. durch veränderte Sinneswahrnehmungen, bei Kauproblemen, trockenem Mund, Schluckstörungen oder auch durch falsch dosierte Medikamente auftreten. Es ist daher wichtig, die Ursache für die Appetitlosigkeit ausfindig zu machen. Zunächst sollte versucht werden, die Ernährung durch herkömmliche Lebensmittel sicherzustellen, wobei die Lebensmittel eine hohe Nährstoffdichte aufweisen sollten. Wichtig ist, dass die Lebensmittel leicht kaubar, gut schluckfähig sind und gut schmecken. Wesentlich ist es, auf Essenswünsche und Vorlieben einzugehen. Da besonders im höheren Alter oftmals nur kleinere Mengen gegessen werden, sollten die Portionsgrößen kleiner sein, und dafür häufiger am Tag serviert werden.

Um die Speisen leichter erkennen zu können, sollten sie sich farblich deutlich vom Teller unterscheiden und die Form der einzelnen Komponenten klar umrissen sein. Eine große Rolle spielt eine angenehme Atmosphäre und Zuwendung beim Essen. Bewegung an der frischen Luft, Gymnastik und Essen in netter Gesellschaft fördern den Appetit.

Neue Broschüre

Zum Thema Seniorenernährung ist die neue Broschüre von DGE und aid infodienst „Ernährung im hohen Alter. Ratgeber für Angehörige und Pflegende.“ erschienen.

Die Broschüre zeigt, was sich im Alter verändert, wie die Ernährung aussehen sollte, welche Probleme bei der Ernährung auftreten können und wie sie behoben werden können. Es wird eingegangen auf die Bedeutung der einzelnen Lebensmittelgruppen und Vorschläge für einzelne Mahlzeiten gegeben. Auch der richtigen Hygiene im Haushalt ist ein Kapitel gewidmet, da ältere Menschen anfälliger für Lebensmittelinfektionen sind und diese meist schwerwiegender als bei gesunden jüngeren Menschen verlaufen.

Die Broschüre kann zum Preis von 2,50€ zzgl.Versandkosten bestellt werden beim

DGE-Medienservice
Birkenmaarstr. 8
53340 Meckenheim
Tel.: 02 28 / 909 26 26
Fax: 02 28 / 909 26 10




 
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