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Dreidimensionale Lebens-
mittelpyramide
Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

DGE-aktuell
Aus dem Bereich: Presse

Viele Fragen zur richtigen Ernährung im Alter
23.11.2004

DGE-aktuell 12/2004 vom 23.11.2004

Telefon-Hotline der DGE-Sektionen beantwortete die Fragen von Senioren

(dge) Was tun bei Verstopfung? Wie schaffe ich es, ausreichend zu trinken? Ich bin zuckerkrank - wie soll ich mich ernähren? Dies waren nur einige Fragen von Senioren, die im Rahmen der Telefon-Aktion am Vormittag des 9. November 2004 den Ernährungsexperten der DGE gestellt wurden. Fachlich fundiert und mit vielen Tipps und Ratschlägen für den Alltag beantworteten 10 Experten in acht Sektionen der DGE die Fragen ihrer Hörer sofort am Telefon. Hier die häufigsten Fragen mit den entsprechenden Antworten:



Was tun bei Verstopfung?

Von einer Verstopfung spricht man, wenn die Darmentleerung seltener als alle 2 bis 3 Tage erfolgt. Häufig liegt es an einer zu niedrigen Ballaststoffaufnahme. Auch bewusstes Unterdrücken des Stuhldranges sowie mangelnde Bewegung, Stress, Hektik oder Medikamente können die normale Darmfunktion behindern. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Haferflocken, Naturreis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst regen die Darmtätigkeit an. Auch Trockenobst, milchsäurehaltige Lebensmittel wie Joghurt, Buttermilch, Kefir und milchsäurevergorenes Sauerkraut helfen dem Darm, in Schwung zu kommen. Wichtig ist, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten: täglich mindestens 1,5 Liter, wobei kalorienfreie Getränke, wie Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees und Saftschorlen zu bevorzugen sind. Wird zu wenig Flüssigkeit aufgenommen, können die Ballaststoffe ihre verdauungsfördernde Wirkung nicht ausüben. Höchst wirkungsvoll sind zudem tägliche Spaziergänge, Gymnastik und Ruhe beim Essen. Stopfende Lebensmittel wie Schokolade, Kakao, hart gekochte Eier und Weißbrot sollten gemieden werden.

Ich habe zu hohe Cholesterinwerte. Wie soll ich mich ernähren?

Das Ansteigen von Cholesterol und Triglyceriden (Fetten) im Blut kann verschiedene Ursachen haben. Neben Veranlagung, Überernährung und Bewegungsmangel bestimmen vor allem die Auswahl und die Menge der Lebensmittel die Blutfettwerte. Vor allem Fette in tierischen Lebensmitteln wie Wurst, Käse, Eier, Sahne, aber auch in Kokos- und Palmkernfett können die Blutfettspiegel stark erhöhen. Deshalb sollten bei der Auswahl fettarme Lebensmittel wie mageres Fleisch, fettarme Wurstsorten und fettarme Milch- und Milchprodukte bevorzugt und Wurst- und Fleischportionen nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Beim Koch-, Back- und Streichfett sind Margarine und pflanzliche Öle (z. B. Raps- oder Sojaöl) anstelle von Butter, Schmalz und Kokosfett - stets sparsam dosiert - zu bevorzugen.

Besonders wertvoll ist das Fett von Seefischen, vor allem in Makrele, Lachs und Hering. Sie enthalten die günstigen Omega-3-Fettsäuren, die die Blutfettwerte senken. Ein bis zwei Seefischmahlzeiten in der Woche sind daher empfehlenswert. Günstigen Einfluss haben auch Ballaststoffe aus Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Zudem ist es wichtig, auf sein Gewicht zu achten und sich regelmäßig zu bewegen.

Wie schaffe ich es, ausreichend zu trinken?

Mit zunehmendem Alter lässt das Durstempfinden nach; ausreichendes Trinken wird häufig vergessen oder aus Angst vor nächtlichen Toilettengängen vermieden. Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme stellt allerdings ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Sie kann zu Bluteindickung, zu einer erheblichen Minderung der Leistungsfähigkeit und Verwirrtheitszuständen bis hin zu Bewusstlosigkeit führen. Deshalb müssen besonders Senioren für eine ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitszufuhr sorgen.

Es kann sinnvoll sein, sich schon morgens die Trinkration für den Tag an häufig aufgesuchten Stellen der Wohnung zurechtzustellen und regelmäßig zu den Mahlzeiten zu trinken. Zur Kontrolle ist es hilfreich, sich einen Trinkplan für den Tag zu erstellen oder abends die getrunkene Flüssigkeitsmenge zusammenzuzählen. Hier ein mögliches Beispiel:

Tageszeit Getränk Menge
Nach dem Aufstehen 1 Glas Mineralwasser 0,2 l
Frühstück 2 Tassen Kaffee oder schwarzen Tee 0,3 l
Vormittags 2 Gläser Apfelsaftschorle 0,4 l
Mittags 1 Glas Mineralwasser 0,2 l
Nachmittags 2 Tassen Früchte- oder Kräutertee 0,3 l
Abendessen 1 Glas Mineralwasser 0,2 l
Insgesamt   1,6 l

Ich bin zuckerkrank - wie soll ich mich ernähren?

Eine häufig im Alter auftretende Krankheit ist der Diabetes mellitus Typ 2, früher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Die Zuckerkrankheit ist durch erhöhte Blutzuckerwerte (Blutglucose) gekennzeichnet. Zur Aufnahme der Glucose in die Zelle wird Insulin benötigt. Beim Diabetes ist der Körper nicht mehr in der Lage, die Glucose in die Zelle zu schleusen.

Da die meisten Altersdiabetiker übergewichtig sind, ist eine Gewichtsabnahme das erste Ziel. D. h. der Diabetiker sollte sich vollwertig ernähren und die Energiezufuhr muss angepasst werden. Die richtige Auswahl und Kombination von Lebensmitteln ist das "A" und "O", insbesondere um hohe Blutzuckerwerte nach einer Mahlzeit zu vermeiden. Ballaststoffreiche Lebensmittel mit komplexen Kohlenhydraten wie Gemüse, Getreideprodukte aus Vollkorn, Kartoffeln, Naturreis oder Obst sowie fettarme Milch und Milchprodukte können zu jeder Mahlzeit gegessen werden. Neben der Fettmenge spielt auch die Art der Fette eine bedeutende Rolle: Pflanzliche Öle sind auf jeden Fall zu bevorzugen, dafür sollten tierische Fette aus Fleisch und Wurstwaren und fettreichem Käse, aber auch versteckte Fette in Kuchen, Gebäck, Süßigkeiten und Snacks nur selten auf den Tisch kommen. Auf mit Zucker, Honig oder Sirup gesüßte Getränke verzichten. Spezielle Diabetiker-Lebensmittel sind überflüssig. Für insulinpflichtige Diabetiker ist es wichtig, den Kohlenhydratgehalt von Lebensmitteln zu kennen, so können sie ihren Insulinbedarf anpassen. Wurde Diabetes diagnostiziert, so hilft eine Schulung durch eine Ernährungsfachkraft dem Patienten, mit der Krankheit besser klar zu kommen.

Was kann ich bei Geschmacksstörungen tun?

Aussehen, Geschmack und Geruch von Speisen spielen eine große Rolle beim Genießen. Lassen sie nach, bereitet auch das Essen nicht mehr so viel Vergnügen. Stärker gewürzte Gerichte intensivieren den Geschmack. Abwechslungsreiches Kochen oder das Zubereiten neuer Speisen kann eine positive Wirkung auf das Geschmacksempfinden haben. Farbenfrohes Gemüse, frische Kräuter, neue Gewürze und ein stimmungsvoll gedeckter Tisch wecken die Lust aufs Essen.




 
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