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Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

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Aus dem Bereich: Ernährung

Kieler Adipositaspräventionsstudie (KOPS)
01.08.2004

DGEInfo 08/2004 – Stichwort

Die Kieler Adipositas Präventionsstudie (Kiel Obesity Prevention Study/KOPS) untersucht die Determinanten des Übergewichtes bei Kindern und dessen Beeinflussung durch Präventionsmaßnahmen.



Es handelt sich um eine prospektiv und longitudinal über einen Zeitraum von 8 Jahren angelegte Studie. KOPS wurde 1995 begonnen. Bis 2001 wurden insgesamt 4 997 5- bis 7-jährige Kinder im Rahmen der Schuleinganguntersuchung erfasst und im Hinblick auf Ernährung, Ernährungszustand, Aktivität, sozioökonomischen Status, Morbidität, Geburtsgewicht, Stillen und Familienanamnese charakterisiert. Die Kinder werden im Alter von 10 Jahren sowie in der Pubertät nachuntersucht. Die Teilnahme der Kinder, Eltern und Lehrer ist freiwillig.

Charakterisierung der Population

Insgesamt gibt es 3 Populationen:

  • 5- bis 7-jährige Kinder (T0): Die Studienpopulation besteht aus 4997 Kindern, die im Rahmen der schulärztlichen Eingangsuntersuchung zwischen 1996 und 2001 erfasst wurden. Die Rekrutierung 5- bis 7-jähriger Kinder ist abgeschlossen.
  • 10- bis 11-jährige Kinder (T1): Bisher wurden 3 580 10- bis 11- jährige untersucht. 1 254 Kinder wurden sowohl zu T0 als auch zu T1 untersucht. Die Untersuchung wird bis in das Jahr 2005 fortgeführt.
  • 13- bis 14-jährige Kinder (T2): 2004 wurde begonnen, 13- bis 14-jährige Kinder zu erfassen. Dieser Teil der Studie wird im Jahre 2009 abgeschlossen sein.

Aus den 3 KOPS-Populationen können anhand von Untergruppen longitudinale Beobachtungen der Veränderungen zwischen T0, T1, T2 durchgeführt werden. Dieser Teil der Untersuchung umfasst Kinder, die zu allen 3 (oder wenigstens zu 2) Gelegenheiten (also zu T0, T1 und/oder T2) untersucht wurden. Bis heute wurden 1 229 Kinder sowohl zum Zeitpunkt T0 als auch T1 untersucht. D. h., es liegen personenidente Daten vor, welche die Berechnung der 4-Jahres-Veränderungen (zwischen T0 und T1) der Parameter ermöglichen.

Zielgrößen von KOPS sind der Ernährungszustand (Körpergewicht, Größe, BMI, Körperzusammensetzung, Ernährung (validiertes Food-Frequency Questonnaire), Aktivität und Inaktivität, Risikofaktoren für Erkrankungen (Plasmaspiegel von Cholesterin, LDLC, HDLC, Triglyceride, Glukose und Blutdruck), Familienanamnese für Krankheiten, Gewicht und Größe der Eltern, sozioökonomischer Status, Alkoholkonsum und Rauchen der Eltern.

Interventionsmaßnahmen

Schulintervention

Ein 6- bis 8-stündiger Unterricht in "Ernährung" und sog. "Bewegte Pausen" wurden im Rahmen des Heimat- und Sozialkundeunterrichts an einer Subpopulation von 780 Kindern an 3 ausgewählten Kieler Grundschulen durchgeführt. Die "Bewegte Pause" umfasste Bewegungsspiele, die in den Wochen des Ernährungsunterrichtes täglich in den großen Schulpausen stattfand. Die Intervention richtete sich an alle Schüler der 1. Klassenstufe. Für Lehrer wurde eine Fortbildung angeboten, die Zielgruppe "Eltern" wurden durch regelmäßige Informationsabende angesprochen. Verglichen wurde der Einfluss des Unterrichtes mit Nichtinterventionsschulen. In beiden Gruppen wurden bisher 257 Kinder nach 4 Jahren nachuntersucht.

Die Familienintervention umfasste 3-5 individuelle Ernährungsberatungen und Verhaltensschulungen in Hinblick auf gesunde Ernährung, körperliche Aktivität und Stressprophylaxe sowie ein 6-monatiges, 2-mal wöchentliches strukturiertes Sportprogramm. Sie richtet sich an die zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits übergewichtigen Kinder sowie an Familien normalgewichtiger Kinder mit einem Adipositasrisiko. Die Gespräche fanden bei 92 Familien, von denen 52 nach 1 Jahr nachuntersucht wurden, zu Hause statt.

Bisherige Ergebnisse zeigen, dass eine frühzeitige Adipositasprävention im Rah-men des Gesundheitssystems möglich und im Hinblick auf die Inzidenz des Übergewichtes erfolgreich ist. Zusätzlich kann eine Familienintervention sowohl den Ernährungszustand als auch das gesundheitsrelevante Verhalten von bereits übergewichtigen Kindern bzw. Risikokindern verbessern.

KOPS-Ziele

  • Die Charakterisierung von Determinanten und Risikofaktoren des Übergewichtes im Kindesalter.
  • Die Untersuchung der langfristigen Effekte einer niedrig-schwelligen Intervention in Schulen für alle Kinder (= universal-prevention) und innerhalb "übergewichtiger und dicker Familien" (= gezielte Prävention oder targeted prevention).

Quelle: Bundesgesundh 46 (2003) 727-731; persönliche Mitteilung Prof. Dr. Manfred J. Müller




 
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