Der Wissenschaft verpflichtet — Ihr Partner für Essen und Trinken
Startseite Unsere Medien können Sie über unseren Versandservice beziehen Impressum
 
Menu

DGEInfo

DGE-Newsletter
Newsletter Jetzt kostenlos anmelden!

DGE-Projekte

IN-FORM-Projekte

Fit im Alter FIT KID JOB&FIT Schuleplusessen

Projekte der DGE im Rahmen von „IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ gefördert durch das BMELV.


Dreidimensionale Lebens-
mittelpyramide
Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

DGE-Info
Aus dem Bereich: Ernährung

Ernährung nach Gastric - Banding−Operation
01.07.2004

DGEInfo 07/2004 – Beratungspraxis

Frage: Was ist bei der Ernährung nach Gastric−Banding−Operation zu beachten?

Antwort: Die Umstellung auf gesundheitsorientierte Ernährung gemaß DGE−Empfehlungen und die Überwindung vorhandener ungünstiger Ernährungsgewohnheiten bleiben Ziel der Ernährung nach Gastric Banding und Gastroplastik. Bestimmte Ernährungsregeln wie langsames Essen und sorgfältiges Kauen müssen erlernt werden.



Bei Personen mit einem BMI>35 kg/m2 mit Begleiterkrankungen oder einem BMI > 40 kg/m2, bei denen konservative Behandlungsmaßnahmen nachweislich nicht erfolgreich waren, sind chirurgische Therapien zu erwägen, da diese Personen ein sehr hohes Risiko für schwere Gesundheitsstörungen haben. Der Anteil der Personen mit Adipositas Grad III wird für Deutschland auf 1.2 % der Bevölkerung geschätzt (2).

Chirurgische Möglichkeiten zur Behandlung des extremen Übergewichts sind beispielsweise das Magenband (Gastricbanding) und die Gastroplastic, die zur Einschränkung der Nahrungszufuhr eingesetzt werden. Erreicht wird dieses über die Bildung eines kleinen Vormagens (Pouch) unterhalb des unteren Osophagusphinkters und eines engen Ausführungskanals (Stoma), der in den Restmagen entleert. Durch diese Maßnahme wird bereits nach geringer Nahrungszufuhr ein Sättigungs−/Völlegefuhl vermittelt. Die Patienten spüren weniger Hunger. Da der enge Ausgang die Entleerung verzögert, hält das Sättigungsgefühl länger an. Auf das Appetitverhalten, das überwiegend über exogene Reize ausgelöst wird, haben die chirurgischen Verfahren keinen Einfluss. Es kann aber nur die Menge der Nahrung, nicht der Kaloriengehalt kontrolliert werden. Eingriffe am Magen zwingen den übergewichtigen Patienten, sein Essverhalten grundlegend zu verändern. Isst der Patient mehr als in den Pouch passt, kommt es zu Missempfindungen und Erbrechen. Neben der volumenbezogenen Einschränkung der Nahrungszufuhr muss auch das Ernährungsverhalten verändert werden.

Postoperative Ernährung

Nach der Gastric−Banding−Operation und Gastroplastic sollten nur kleine Mahlzeiten in mehreren Portionen (ca. 5−7 Mahlzeiten) über den Tag verteilt aufgenommen werden. Die Patienten werden angehalten, langsam zu essen, gut zu kauen und bei Eintritt des Sättigungs− oder Völlegefühls mit dem Essen aufzuhören. Eine Verabreichung flüssiger Kost ist nicht erforderlich. Die Umstellung auf gesundheitsorientierte Ernährung gemäß DGE−Empfehlungen und die Überwindung vorhandener ungünstiger Ernährungsgewohnheiten bleiben Ziel der Ernährung nach Gastric−Banding.

Dauerernährung

Folgende Ernährungsregeln sind zu beachten:

  • sorgfältig und lange kauen,
  • langsam essen,
  • Essen in kleinen Portionen,
  • Flüssigkeitsbedarf ausschließlich mit kalorienfreien Getränken decken,
  • bei eintretendem Sättigungs−/ Völlegefühl Nahrungsaufnahme einstellen,
  • konsequentes Einüben einer Reduktionskost unter Anleitung von Ernährungsfachkräften
  • auf gesundheitsorientierte Ernährung gemäß DGE−Empfehlungen achten, damit trotz geringer Nahrungszufuhr der Bedarf an essenziellen Nährstoffen gedeckt wird.
  • regelmäßige Kontrolle durch Ernährungsfachkräfte bzgl. der Energie− und Nährstoffversorgung.

Sorgfältiges und langes Kauen ist wichtig. Langsames Essen ist nach Gastric−Banding und Gastroplastic unbedingt erforderlich, um bis zum Eintritt des Sättigungsgefühls die Nahrungsmenge gering zu halten. Damit wird gleichzeitig eine Überdehnung des Magens verhindert und Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen vorgebeugt. Um das Langsam essen zu lernen, braucht es oft ein Umstellen des gesamten Essverhaltens (z. B. regelmäßige Essenszeiten, sich hinsetzen und Zeit nehmen, Esskultur). Eine Überfüllung des Magens verursacht auf Dauer eine Ausdehnung des verkleinerten Teil des Magens und führt schließlich zu anhaltendem Erbrechen, häufig auch zu weiteren Komplikationen, die unter Umständen die Entfernung des Magenbandes erfordern.

Insgesamt sollten über den Tag verteilt ca. 2 Liter Flüssigkeit aufgenommen werden, am besten eignet sich stilles Wasser. Erfahrungsgemäß sind kohlensäurehaltige Getränke schlechter vertraglich. Vermieden werden müssen kalorienhaltige Getränke, da durch das Trinken hohe Energiemengen aufgenommen werden können, ohne ein Sättigungsgefühl zu bewirken.

Lebensmittelauswahl

Für die Lebensmittelauswahl gelten die Kriterien der energiereduzierten Mischkost, wobei auf Grund möglicher Verträglichkeitsprobleme folgende Aspekte beachtet werden müssen:

  • keine zu heißen oder kalten Speisen und
  • keine zu süßen, zu scharfen, zu saueren Lebensmittel.

Die Verträglichkeit von Lebensmitteln ist individuell verschieden und hängt auch von der gegessenen Menge und vom Kauen ab. Einige Lebensmittel werden oftmals nicht gut vertragen und können zu Beschwerden im Vormagen und in der Speiseröhre führen. Bei Auftreten von Beschwerden ist das unmittelbare Aufsuchen des Therapiezentrums notwendig.

Sekundarstörungen

Mögliche Sekundarstörungen sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Geschmackssinnstörung
  • die Möglichkeit der Entwicklung eines Protein−, Calcium−, Vitamin−B12−Mangels und anderer Nährstoffdefizite als Folge der unzureichenden Zufuhr mit der Nahrung bzw. auf Grund von Resorptionsbeeinträchtigungen, so dass eine Supplementierung erforderlich wird.

Literatur:

  1. Dt. Gesellschaft für Chriurgie der Adipositas, Dt. Adipositas Gesellschaft (Hrsg.): Evidenzbasierte Leitlinie: Chriurgische Therapie der extremen Adipositas, 2004; http://www.adipositas−gesellschaft.de
  2. Bergmann KE, Mensink GB: Körpermaße und Übergewicht. Gesundheitswesen61 (1999) Supp. 115−120
  3. Heepe, Wigand: Lexikon Diatetische Indikationen. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag, 4. Auflage 2002
  4. Husemann BJ: Die chirurgische Therapie der extremen Adipositas. Dt. Ärztebl 94 (1997) 33 A−2132−2136
  5. Husemann BJ, Bröhl F, Hauner, Herpertz S, Schramm H/Stroh C,Wolf AM: Operative Therapie der Adipositas. Chir Gastroenterol 19 (2003) 76−80
  6. Kasper: Ernährungsmedizin und Diätetik. München: Urban & Fischer, 9. Auflage 2000
  7. Persönliche Mitteilung: Prof. Dr. Volker Schusdziarra, München
  8. Schauder, Ollenschläger: Ernährungsmedizin. Prävention und Therapie. München: Urban & Fischer, 2. Auflage 2003
  9. Weiner: Neue Chancen bei Adipositas. Magenband, Magenbypass und Magenschrittmacher.
  10. Wolf AM, Kuhlmann HW, Beisiegel U: Klinische Ergebnisse und Veränderungen der metabolischen Parameter nach adipositaschirurgischen Maßnahmen bei Patienten mit Adipositas Grad III. Aktuel Ernähr. Med 27 2004 142−148.



 
Verwandte Links
· Mehr zu dem Thema DGE-Info
· Nachrichten von graubner


Der meistgelesene Artikel zu dem Thema DGE-Info:
Die Dreidimensionale Lebensmittelpyramide


Einstellungen

Druckbare Version  Druckbare Version


Der Wissenschaft verpflichtet — Ihr Partner für Essen und Trinken   
Fit im Alter Logo Fitkid Logo Schule+Essen-Logo Jobfit-Logo
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. © 2008 DGE.