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Aus dem Bereich: Ernährung

Haltbarkeit von rohen Fischfilets bei Kühlschrank-Lagerung
01.01.2001

Nahrung und Verbrauch 01/2001

Beim Kauf von Frischfisch lässt sich bei einem ganzen Fisch (ausgenommen, mit Kopf) mit etwas Übung anhand des Aussehens und des Geruchs der Kiemen, der Augen sowie der Außenhaut die Frische des Fisches beurteilen. Wesentlich schwieriger ist das bei Filets. Hier bleibt anhand des Aussehens, der Farbe und Struktur (Gaping), und über den Geruch nur eine unzuverlässige Abschätzung der Frische der Filets. Deshalb wurden in einer Studie frische Filets von Seelachs (Magerfisch), Rotbarsch (mittelfetter Fisch) und Lachs (Fettfisch) hinsichtlich Qualitätsveränderungen und Haltbarkeit während der Haushaltslagerung im Kühlschrank über eine Zeitperiode von 1 bis 2 Tagen untersucht.



Den Schwerpunkt bildete die sensorische Bewertung (Aussehen, Geruch, Geschmack, Textur) der Filets. Zusätzlich wurden auch chemische Parameter wie pH-Wert und TVBN-Gehalt (gesamter flüchtiger Basen-Stickstoff) sowie die Keimzahl ermittelt. Zubereitet wurden die rohen Filets von Seelachs und Rotbarsch sowohl in der Mikrowelle als auch in der Fritteuse (paniert mit Weizenmehl, Ei, Paniermehl) bei 180 °C. Die Lachsfilets wurden in der Mikrowelle gegart bzw. in der Pfanne gebraten. Ein Teil der rohen Filets wurde sofort zubereitet, der andere Teil wurde im Kühlschrank zwischen 6 und 9 °C 1 bzw. 2 Tage bis zur beschriebenen Zubereitung aufbewahrt. Die Lagerung erfolgte in geschlossenen Glas- und Kunststoffbehältnissen. Jeweils vor und nach der Zubereitung erfolgte eine Keimzahlbestimmung und nach der Zubereitung eine sensorische Bewertung sowie die Bestimmung des TVBN-Gehaltes.

Beim Vergleich zwischen den Zubereitungsarten zeigte sich bei den Seelachsfilets bezüglich der sensorischen Bewertung lediglich im Aussehen und Geruch ein deutlicher Unterschied: Die frittierten Filets wurden besser beurteilt. Insgesamt wurde ein größerer Qualitätsverlust bezüglich Geruch (fischig-aminig) und Geschmack (unrein, fremd, seifig) festgestellt. Die bei der Lagerung gestiegene Keimzahl reduzierte sich durch die Zubereitung. Nach beiden Zubereitungsarten konnten in den Filets keine Keime mehr nachgewiesen werden. Ähnlich sah es beim Rotbarsch aus. Allerdings waren die erst am zweiten Lagertag zubereiteten Rotbarschfilets nicht mehr verzehrsfähig, sprich verdorben. Das zeigte sich sowohl im Geruch und Geschmack als auch in den sehr hohen TVBN-Gehalten und der stark angestiegenen Keimzahl. Dagegen waren die Lachsfilets selbst nach 2-tägiger Lagerung im Kühlschrank nach der Zubereitung durchaus noch verzehrsfähig und sensorisch akzeptabel.

Fazit: Die Untersuchungen zeigen, dass rohe Fischfilets nach 1 bis 2 Tagen Lagerung im Kühlschrank bei 6 bis 9 °C durchaus noch genussfähig sein und nach ausreichender Erhitzung ohne gesundheitliche Bedenken verzehrt werden können. Die Genussfähigkeit der gelagerten Filets ist allerdings stark von der Ausgangsqualität, der Frische und den Kühlschrankverhältnissen (Hygiene, Temperatur) abhängig. Des weiteren wurde deutlich, dass ein ausreichendes Erhitzen der Filets (Kerntemperatur = 70 °C) eine Grundvoraussetzung ist, um vorhandene Mikroorganismen vollständig abzutöten und gesundheitlich unbedenkliche Mahlzeiten herzustellen.

Quelle: Inf Fischw Fischereiforsch 47 (2000) 102




 
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