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Aus dem Bereich: Presse

Ein erhöhter Cholesterin-Spiegel - eine schleichende Gefahr für die Gesundheit
07.03.2003

DGE-aktuell 03/2003 vom 07.03.2003

Informationen der DGE zum Tag des Cholesterins

Cholesterin ist eine lebensnotwendige Grundsubstanz des menschlichen Organismus, unverzichtbarer Bestandteil von Membranen, Ausgangspunkt für die Bildung von Gallensäuren, Hormonen und Vitamin D. Den größten Teil des Cholesterins bildet der Körper selbst und ist somit nicht auf die Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Dennoch nehmen wir aus Lebensmitteln tierischen Ursprungs Cholesterin mit der Nahrung auf. Eine zu energie- und cholesterinreiche Ernährung bewirkt einen Anstieg der Blutlipide, allerdings verbunden mit einer großen individuellen Variabilität innerhalb der Bevölkerung.

Ein zu hoher Blutcholesterin-Spiegel ist unbestritten ein Haupt-Risikofaktor für die Entstehung der Arteriosklerose und führt auf Dauer meist unbemerkt und schleichend zu Herz-Kreislauferkrankungen, der Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Prof. Dr. Günther Wolfram, Vizepräsident der DGE empfiehlt daher: „Um das Risiko für Koronarerkrankungen zu senken, sollte ein vollwertige und ballaststoffreiche Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist und eine moderate Fettzufuhr, die 30% der täglichen Energieaufnahme abdeckt, angestrebt werden. Zudem sollte die tägliche aufgenommene Menge an Nahrungscholesterin unter 300 mg liegen und die Energieaufnahme den Energiebedarf nicht übersteigen. Zu letzterem kann erhöhte körperliche Aktivität beitragen.“ Aufgrund seiner ausgezeichneten antiarteriosklerotischen Wirkungen gehört mindestens einmal Seefisch auf den Wochenspeiseplan. Der Konsum von fettem Fleisch, fetten Wurst- und Käsesorten hingegen sollte möglichst reduziert oder vermieden werden.

Doch was sind die Ursachen einer Fettstoffwechselstörung, wie kann man sich davor schützen und wie gelingt es möglichst dauerhaft, einen erhöhten Cholesterin-Spiegel zu senken? Eine Aufklärung dieser Fragen verspricht der „Tag des Cholesterins“ der am 12. März 2003 von der Lipid-Liga veranstaltet wird. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen soll die Bevölkerung umfassend über Fettstoffwechselerkrankungen informiert und für diese daraus resultierende, oft so unterschätzte Gefahr sensibilisiert werden.

Der Cholesterinstoffwechsel des Menschen unterliegt einem ständigen Kreislauf. Dabei versorgt das mit speziellen Proteinen, in den LDL-Partikeln transportierte Cholesterin die Köperzellen, nicht mehr benötigtes Cholesterin wird an HDL-Partikel gebunden, zur Leber zurück transportiert und dort abgebaut. Wichtig zur Beurteilung des Gesamtcholesterins im Blut ist vor allem das Verhältnis von HDL und LDL, ein hoher HDL-Wert wirkt protektiv. Der u.a. aus einem erhöhten Cholesterin-Spiegel resultierende Prozess der Ablagerung von LDL-Cholesterin an den Gefäßwänden wird als Arteriosklerose bezeichnet. Je mehr sogenannter "Plaque" sich bilden und die Arterien verengen, desto schlechter werden die Organe mit Blut, Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. Das kann letztendlich zum Verschluss des Gefäßes mit der Folge Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Rund 40 % der Erwachsenen in Deutschland leiden mittlerweile an einem erhöhten Cholesterinspiegel - bei der Entstehung spielt vor allem, neben der genetischen Veranlagung, der Lebensstil eine große Rolle. Schon durch eine gezielte Umstellung unserer oft zu fett- und energiereichen Ernährungsgewohnheiten lässt sich viel erreichen. Wenn es zudem gelingt, durch eine Steigerung der körperlichen Aktivität die Fettoxidation zu fördern und so vorhandenes Übergewicht abzubauen, kann damit wirksam eine Normalisierung der LDL- und Triglyzerid-Spiegel im Blut angestrebt werden.

Neue Untersuchungen bestätigen die positiven Effekte von löslichen Ballaststoffen wie Pektin, Guar, Psyllium, die vor allem in Obst, Gemüse, Hafer, Gerste und Hülsenfrüchten vorkommen, auf den Blutcholesterin-Spiegel. Sie binden Gallensäuren und verhindern deren Aufnahme aus dem Darm, diese müssen dann vom Körper neu gebildet werden, wozu Cholesterin erforderlich ist. Auch die mit Phytosterolen angereicherten Streichfette sind in der Lage, die Absorption von Cholesterin aus dem Darm zu hemmen und sind daher empfehlenswert. Der Plasmacholesterinspiegel kann dadurch um etwa 10 % gesenkt werden.

Als besonders wichtig für die Regulation der Blutfettwerte hat sich die Fettsäuren-Zusammensetzung der Nahrungsfette erwiesen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollten etwa 7% der Energieaufnahme entsprechen, um biologisch günstige Wirkungen zu erreichen. Für die gesättigten Fettsäuren gilt die Grenze von maximal 10 % der Gesamtenergie, da man weiß, dass bestimmte langkettige gesättigte Fettsäuren, die vor allem in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vorkommen, die Konzentration des Cholesterins im Plasma erhöhen und zwar stärker als das mit der Nahrung aufgenommene Cholesterin. Daher empfiehlt die DGE den Verzehr von fettem Fleisch und Fleischwaren, fetten Käsesorten, Eiern und Sahne sowie von Kokos- und Palmkernfett zu reduzieren und bei der Nahrungszubreitung vor allem α-Linolensäure-reiche Pflanzenöle wie Walnuss-, Raps- und Sojaöl einzusetzen und durch den Verzehr von Olivenöl mit einem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren zu ergänzen. Die in Seefischen wie Makrele, Lachs und Hering enthaltenen Omega-3-Fettsäuren senken den Triglyzeridspiegel und beeinflussen die Fließeigenschaften des Blutes. Daher sollte Seefisch regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.




 
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