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Aus dem Bereich: Presse

Karneval - Woher kommt der Kater und wie zähme ich ihn am „Morgen danach“?
18.02.2003

DGE-aktuell 02/2003 vom 18.02.2003

Jetzt haben die Narren das Wort - Weiberfastnacht, Kostümpartys am Karnevalswochenende, der Rosenmontagsumzug mit „Kamelle“, Kneipenkarneval, Helau- und Alaaf-Rufen - so werden auch dieses Jahr wieder Karneval und Fasching gefeiert. Die Folgen davon spüren viele erst am besagten „Morgen danach“.



Wer in diesen Tagen zu tief ins Glas geschaut hat, dem verderben oft Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerz und körperliche Erschöpfung den nächsten Tag. Der so genannte „Kater“ ist ein sicheres Zeichen dafür, dass der Körper die getrunkenen Alkoholmengen nicht vertragen hat. Dr. Helmut Oberritter von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) meint: „Alkohol wird besonders schnell aufgenommen, wenn man ihn auf leeren Magen trinkt. Insbesondere kohlensäurehaltige Getränke wie z. B. Sekt und warmen, zuckerhaltigen Getränken wie Grog, Glühwein, Punsch zeigen schnell Wirkung. Hinzu kommt, dass der aufgenommene Alkohol nur langsam wieder abgebaut wird.“ Um Kater-Beschwerden erst gar nicht zu bekommen, kann man mit einigen Maßnahmen vorbeugen bzw. die Folgen lindern.

Alkohol wird schnell ins Blut aufgenommen. Schon im Magen treten etwa 20 % in die Blutbahn über. Die maximale Alkoholkonzentration im Blut ist ein bis zwei Stunden nach dem Verzehr erreicht. Ein ½ Liter Bier, ein ¼ Liter Wein oder drei Gläser (à 2 cl) Schnaps enthalten etwa 20 g reinen Alkohol. Pro Stunde werden durchschnittlich 0,1 g Alkohol/kg Körpergewicht abgebaut, das entspricht einer Abnahme von 0,1 Promille/Stunde. Ein 80 kg schwerer Mann würde etwa 2 ½ Stunden benötigen, um die Menge von 20 g Alkohol wieder abzubauen und auszuscheiden, eine 60 kg schwere Frau schon mehr als 3 Stunden. Ob und bei welcher Alkoholmenge sich ein „Kater“ einstellt, hängt von individuellen Voraussetzungen ab. Entscheidend dabei ist nicht nur die Alkoholmenge, sondern auch ob verschiedene alkoholische Getränke durcheinander getrunken wurden oder ob sie schnell und in kurzen Abständen hintereinander konsumiert wurden.

Für die „Kater-Effekte“ gibt es mehrere plausible Erklärungen. Mit einigen Ernährungstipps der DGE lassen sich diese aber ganz gut „zähmen“:

  • Nicht auf leeren Magen trinken, das beschleunigt die Alkoholaufnahme ins Blut.
  • Essen Sie vorher kalorienreichere Lebensmitteloder eine fettreichere Mahlzeit wie z. B. Lasagne, Thunfisch in Öl, Nudelsalat oder Eiergerichte (Omelett). Fett und der damit verbundene hohe Kaloriengehalt einer Mahlzeit macht dem Alkohol zu schaffen, denn fettreiche Speisen verweilen länger im Magen und das hat auch einen verzögernden Effekt auf die Alkoholaufnahme ins Blut.
  • Essen Sie auch zwischendurch etwas Fettreiches wie Nüsse, Käsehappen oder Oliven, belegte Brote/Brötchen z. B. mit Leberwurst, Fleischsalat oder Käse, damit der Alkohol verlangsamt ins Blut übertritt.
  • Vorsicht bei warmen, zuckerreichen oder kohlensäurereichen Getränken! Sie gehen schnell ins Blut über. Bei kohlensäurehaltigen Getränken wie Sekt ist die Wirkung deshalb besonders schnell, weil das Gas eine stärkere Durchblutung der Magenschleimhaut bewirkt und der Alkohol dadurch rascher ins Blut übergeht.
  • Durst nicht mit Alkohol löschen und zwischendurch häufiger zu nicht-alkoholischen Getränken wie z. B. Mineralwasser oder Obstsaftschorlen greifen. Das hilft, den Flüssigkeitshaushalt etwas auszugleichen bzw. den Alkoholkonsum in Maßen zu halten.
  • Vor dem Zubettgehen und am nächsten Morgen viel Wasser trinken. Das Abbauprodukt des Alkohols fördert die Ausscheidung von Wasser über die Niere. Der Wasserverlust beeinflusst auch die Blutgefäße im Gehirn - bereits geringe Verluste können die Hirnhaut reizen und zu Kopfschmerzen führen.
  • Appetit auf Salziges?
    Nach reichlichem Alkoholgenuss gehen vermehrt Mineralien wie z. B. Natrium verloren. Daher ist der Appetit auf Salzgebäck, eingelegte Lebensmittel, wie Bratheringe oder Salzgurken, groß. Das darin enthaltene Salz hilft, die Mineralverluste auszugleichen. Sie können statt dessen z. B. auch einen herzhaften Sauerkrauteintopf essen.



 
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