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Abbildung der dreidimensionalen Lebensmittelpyramide

DGE-aktuell
Aus dem Bereich: Presse

Infektionen mit Toxoplasmen können Ungeborenem schaden
19.05.1998

DGE-aktuell 09/98 vom 19.5.1998

Vorbeugung in der Schwangerschaft besonders wichtig

Mit Lebensmittelinfektionen verbinden die meisten eine Infektion mit Salmonellen. Andere Krankheitserreger, wie Toxoplasma gondii, sind ebenfalls bei Mensch und Tier weit verbreitet und können gefährliche Folgen haben. Eine Infektion mit Toxoplasmose-Erregern verläuft beim Erwachsenen meist ohne Krankheitsanzeichen, kann aber in der Schwangerschaft zu schweren Schäden des Ungeborenen sowie zur Fehl- oder Totgeburt führen. Der Parasit wird über rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch, Fleischprodukte und Katzenkot übertragen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) rät: "Jeder kann einer Infektion durch einfache Hygienemaßnahmen vorbeugen: Fleisch nur gut durchgegart verzehren, auf rohe Fleischprodukte verzichten und rohes Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen. Im Umgang mit Katzen, Katzenkot und während sowie nach der Gartenarbeit sollte strenge Hygiene vorherrschen."



Infektionen mit dem Parasiten Toxoplasma gondii sind bei Mensch und Tier weltweit verbreitet. Während Katzen die Endwirte des Erregers sind, können Menschen, Säugetiere und Vögel als Zwischenwirte auftreten. Der Mensch kann sich durch Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch oder Fleischprodukten mit dem Parasiten anstecken. Besondere Vorsicht ist bei Schweine-, Lamm- und Ziegenfleisch sowie daraus hergestellten Produkten geboten. Im Schlachtfleisch, das im Kühlraum aufbewahrt wird, bleiben Toxoplasmazysten bis zu 30 Tage lebens- und infektionsfähig. Temperaturen von -20° Celsius bis +50° Celsius werden vom Parasiten schadlos vertragen. Die Parasiten werden durch ausreichendes Erhitzen von Fleischwaren, Pökeln, Räuchern und Verarbeitung von Fleisch zu Wurstwaren abgetötet. Pasteurisierte Kuhmilch, Eier und Hühnerfleisch sowie Fisch kommen als Ansteckungsquelle kaum oder nicht in Betracht.
Toxoplasma gondii kann auch über den Katzenkot in Garten- oder Ackerböden gelangen und von dort durch einen Hand zu Mund Kontakt auf den Menschen übertragen werden. Der direkte Kontakt zu Katzen ist dagegen weniger gefährlich, so die DGE.
Bei einer Infektion mit Toxoplasma gondii muß es nicht unbedingt zu Krankheitsanzeichen kommen. Die Infektion verläuft meist symptomlos. Der infizierte Organismus bildet Antikörper aus, die über einen Bluttest nachgewiesen werden können. Der Körper ist immun gegen eine weitere Infektion. "In Vorsorgeuntersuchungen vor einer geplanten Schwangerschaft oder im Frühstadium einer Schwangerschaft sollte festgestellt werden, ob die Mutter Antikörper besitzt", rät die DGE. "In diesem Fall ist der Fetus durch die Antikörper der Mutter vor einer Infektion geschützt. Sind keine Antikörper vorhanden, kann eine Infektion auf den Fetus übergehen und zu schweren Schäden des Neugeborenen, einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Vorerst symptomlose Infektionen des Neugeborenen können nach Monaten oder Jahren zu schweren Schädigungen des Zentralnervensystems und der Augen führen."

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) rät zur Vorbeugung einer Toxoplasmose:

  • Essen Sie kein rohes oder nicht völlig durchgegartes Fleisch sowie keine rohen Fleischprodukte, wie Roh- oder Teewurst.
  • Waschen Sie rohes Gemüse und Obst gründlich vor dem Verzehr oder schälen Sie es.
  • Waschen Sie Ihre Hände nach dem Umgang mit ro-hem Fleisch, vor dem Essen sowie nach Garten- oder anderen Erdarbeiten gründlich mit Seife.
  • Füttern Sie Ihre Katzen nur mit Dosen- und/ oder Trockenfutter. Andere Personen als die Schwangere sollten die Kotkästen täglich mit heißem Wasser reinigen.



 
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